Sa, 18. November 2017

Mehr als 49 Stunden

17.05.2013 10:52

Foxconn-Arbeiter arbeiten länger als in China erlaubt

Eine aktuelle Untersuchung in drei Foxconn-Fabriken in China beweist: Die dortigen Mitarbeiter arbeiten oft länger als die 49 Stunden pro Woche, die das chinesische Gesetz als höchste zulässige Wochenarbeitszeit definiert. Zwar sind die 60-Stunden-Wochen, die noch vor kurzer Zeit üblich waren, mittlerweile Vergangenheit, für Foxconn ist es jedoch noch ein weiter Weg.

Bei Inspektionen der Menschenrechtsorganisation "Fair Labour Association" (FLA) in drei Fabriken des taiwanesischen Auftragsfertigers in China wurden Mitarbeiter befragt und Betriebsabläufe beobachtet. Wie die US-Zeitung "New York Times" berichtet, sei von der Organisation dabei festgestellt worden, dass bei Foxconn immer noch häufig länger gearbeitet wird als in China vom Gesetzgeber vorgesehen. Und der ist mit 49 Stunden schon recht tolerant.

FLA bestätigt Ende der 60-Stunden-Wochen
Aber auch wenn die gesetzlich vorgesehene Arbeitszeit noch nicht erreicht wurde: Die 60-Stunden-Wochen, die bei Foxconn noch vor Kurzem an der Tagesordnung standen, seien massiv eingedämmt worden, berichtet die Zeitung. Wie lang die durchschnittliche Foxconn-Arbeitswoche aktuell ist, wollte man zwar nicht verraten, einem Foxconn-Sprecher zufolge soll sie jedoch "unter 50 Stunden" liegen.

Verbessert wurden auch die Arbeitsbedingungen selbst. So werde die Alu-Rückseite des iPhone mittlerweile von Robotern statt von Menschen geschliffen und Wassersprinkler würden dafür sorgen, dass der in der Luft schwebende Aluminiumstaub nicht in die Atemwege gelangt, berichtet die Zeitung. In einem Werk in der chinesischen Provinz Chengdu hatte eine Explosion von Aluminiumstaub im Mai 2011 drei Menschenleben gefordert.

Immer wieder Negativschlagzeilen für Foxconn
Foxconn ist der größte Elektronik-Auftragsfertiger der Welt. Rund 40 Prozent aller global verkauften Elektronik stammt von dem taiwanesischen Konzern, der Elektronikriesen wie Apple, Microsoft, Sony, Dell oder HP zu seinen Kunden zählt. In der Vergangenheit hatte der Konzern durch massive Überstundenbelastung der Mitarbeiter, die Beschäftigung Minderjähriger, schwere Arbeitsunfälle, der unsachgemäßen Entsorgung von Gefahrenstoffen und eine Selbstmordserie unter den allein in China 1,2 Millionen Arbeitern für Negativschlagzeilen gesorgt.

Seit Anfang 2012 ist der Foxconn-Kunde Apple Mitglied der "Fair Labour Association", die sich dem Aufdecken solcher Missstände verschrieben hat. Die Organisation besichtigt Fabriken und befragt Arbeiter – auf Kosten der Mitgliedsunternehmen, also unter anderem bezahlt von Apple. Andere Organisationen, die sich für die Arbeiter bei Foxconn einsetzen, halten die Ergebnisse der FLA allerdings für beschönigend.

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