Mi, 13. Dezember 2017

"Taschenpsychiater"

08.05.2013 11:02

Neue Handy-App soll Stimmung des Nutzers erraten

Britische Forscher haben eine Android-App entwickelt, die das Smartphone in einen "Taschenpsychiater" verwandeln soll. Mithilfe der Daten, die von den Sensoren im Inneren des Handys aufgezeichnet werden, und Fragen zur Befindlichkeit des Benutzers erstellt die Anwendung ein Profil darüber, wie sich der Nutzer fühlt – und versucht zu errechnen, welche Einflussfaktoren dabei eine Rolle spielen.

Aktuelle Smartphones können eine ganze Menge an Informationen sammeln. Durch ihr GPS-Modul wissen sie, wo wir uns aufhalten und wie wir uns bewegen, das Mikrofon stellt fest, wie laut es in unserer Umgebung gerade ist, und SMS- und Anruflisten lassen ebenso wie die Informationen aus den sozialen Netzwerken Rückschlüsse darauf zu, mit wem wir wie oft kommunizieren.

Wie die britische Zeitung "Daily Mail" berichtet, haben Forscher der Universität Cambridge im Zuge eines Forschungsprojekts eine Android-App entwickelt, die all diese Daten auswertet, um daraus unsere die Stimmungslage zu errechnen. Die App "Emotion Sense" soll die Daten aufzeichnen, ohne den Benutzer bei seiner täglichen Routine zu stören.

Stimmung wird aus GPS- und Kommunikationsdaten errechnet
"Im Hintergrund sammeln Smartphones ständig Daten, die sie in ein wichtiges medizinisches und psychologisches Werkzeug verwandeln können", sagt Neal Lathia, einer der beteiligten Wissenschaftler. Die Smartphone-Daten könnten Auskünfte darüber geben, wie aktiv jemand ist oder wie viele soziale Kontakte er in den letzten 24 Stunden gepflegt hat. Die gewonnenen Informationen könnten von therapeutischem Wert sein, sind die Forscher überzeugt.

Mit der Android-App wollen die Forscher jetzt überprüfen, wie gut sich durch die Smartphone-Daten die Stimmung der Nutzer tatsächlich beurteilen lässt. Einmal installiert, sammelt die Anwendung im Hintergrund die für sie relevanten Daten – und verlangt im Dienste der Wissenschaft nach umfassenden Rechten am Smartphone. Nach dem Sammeln der Infos befragt die App den Nutzer, wie er sich gerade fühlt.

App soll nach Lernphase herausfinden, wie sich Nutzer fühlt
Das Ziel: Im Laufe eines Tages soll die App auf Basis der gewonnenen Daten und der beantworteten Fragen herausfinden, wie es um das Innenleben des Benutzers bestellt ist und ob seine Stimmung eher positiv oder negativ ist. "Die meisten anderen Ansätze bei solcher Software sind zu grobkörnig bei der Frage, was ein Gefühl ist", sagt Jason Rentfrow vom Psychologieinstitut der Cambridge-Universität.

Sie würden Emotionen nur mit "glücklich", "traurig", "wütend" oder "neutral" benennen. Das Ziel, das die Forscher mit der Handy-App verfolgen, sei, einen flexibleren Ansatz zu entwickeln, der auf Basis der Datenlage auch zeigt, wie Stimmungen zwischen einzelnen Menschen schwanken.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden