Sa, 18. November 2017

Ein Hundeleben

03.05.2013 14:49

In Paris gibt es kaum Freiraum für Vierbeiner

Es ist ein Hundeleben in Paris - jedenfalls für den besten Freund des Menschen. Einfach herumtollen, sich im Gras wälzen oder auf der Wiese einem Stöckchen hinterherspringen ist für die Vierbeiner in der französischen Hauptstadt praktisch unmöglich, denn fast alle Grünflächen und Parks sind für Hunde verboten. Nun will eine Initiative die Stadt für "Milou" und "Rex" zurückerobern.

Rund 200.000 Hunde leben in Paris, in Berlin sind offiziell 110.000 registriert. Doch in der französischen Metropole sind nur 73 der 462 Grünflächen überhaupt für Terrier, Cocker Spaniel oder Labrador offen - und auch nur an der Leine. In der gesamten Innenstadt gibt es keinen einzigen Park, in dem Hunde frei ohne Leine laufen dürfen.

Hundehaltung immer schwieriger
"Heutzutage ist es schwierig, einen Hund in Paris zu halten", sagt Christine d'Hauthuille, Sprecherin der Initiative "Mein Hund, meine Stadt". Vor allem seit dem Gesetz gegen große, massige Hunderassen, welches das Tragen eines Maulkorbs etwa für Pitbulls oder Rottweiler vorschreibt, würden die Vierbeiner häufig stigmatisiert. Am 8. Juni wollen die Hundehalter in Paris daher erstmals mit ihren Tieren zusammen demonstrieren - für die Rechte der Tiere und ihrer Besitzer.

"Die Leute brauchen Gefährten"
Veterinär Jean-Michel Michaux verweist darauf, dass der Hund auch für das Wohlergehen des Menschen in der Großstadt wichtig sei. "Die Leute brauchen einen Gefährten - und in der Stadt noch mehr als auf dem Land", sagt er. Viele Menschen lebten hier allein, die Zahl der Hunde in den Städten habe sich in den vergangenen zehn Jahren aber halbiert.

Vorbilder New York, London und Berlin
Michaux hofft darauf, dass sich Paris andere Großstädte wie New York, London oder Berlin zum Vorbild nimmt, wo Erholungs- und Spielflächen eigens für die Vierbeiner reserviert sind. In der deutschen Hauptstadt, wo sich Hundehalter häufig schon echauffieren, wenn Kritik an ihrem frei laufenden Liebling geäußert wird, wurde für das Zusammenleben von Mensch und Hund sogar ein breiter Bürgerdialog organisiert. Um Hundeführerschein, Leinenpflicht, Auslaufgebiete und Hundekot ging es beim offiziellen "Bello"-Dialog, der im vergangenen Jahr gestartet wurde und an dem sich die Berliner eifrigst beteiligten. Ziel ist ein neues Hundegesetz, ein Entwurf dazu kommt vermutlich im Oktober.

Parisern drohen hohe Geldstrafen
In Paris können die Hundebesitzer von solchen Zuständen nur träumen - und beklagen die vielen Strafen, die ihnen bei Verstößen gegen die Auflagen für ihre geliebten Vierbeiner aufgebrummt werden. Wer das Häufchen seines Hundes nicht aufsammelt, muss mit 35 Euro rechnen. Viel drastischer sind aber die Geldbußen in anderen Fällen: Patricia Rérolle musste satte 420 Euro Strafe zahlen, weil sie ihren Schäferhund auf einer Grünfläche in der Nähe des Eiffelturms ohne Leine frei laufen ließ. Es ist schon ein Hundeleben in Paris... für die Vierbeiner und für ihre Herrchen.

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