Mo, 18. Dezember 2017

Für Handys und Co.

02.05.2013 12:47

Forscher entwickeln Insektenaugen-Kameras

Forscher der University of Illinois haben eine Kamera entwickelt, welche die Facettenaugen von Insekten imitiert und gegenüber herkömmlichen Kameras eine Reihe von Vorteilen bietet – etwa besonders kleine Abmessungen bei gleichzeitig großem Blickwinkel. Ein vielversprechender Einsatzzweck der Spezialkameras sind Handys und Smartphones, der Mobilfunkspezialist Nokia hat erst kürzlich in die Firma Pelican Imaging investiert, die ebenfalls entsprechende Kameras entwickelt.

Bei der Entwicklung neuer Technologien nehmen Forscher immer wieder die Natur als Vorbild. An der University of Illinois haben Wissenschaftler jetzt eine neue Kamera entwickelt, die ganz ähnlich aufgebaut ist wie die Facettenaugen von Insekten. Die Insektenaugen-Kamera besteht aus einer halbkugelförmigen flexiblen Oberfläche, die mit einer dichten Anordnung winziger Linsen und Bildsensoren versehen wird, berichtet die Wissenschaftswebsite "Livescience".

Die Facettenaugen von Insekten haben eine Reihe von Vorteilen: Sie ermöglichen einen sehr großen Blickwinkel, erkennen Bewegungen gut und liefern auf jede Distanz scharfe Bilder. Jedes Insektenauge enthält dabei Hunderttausende kleine Bildrezeptoren, von denen jeder mit einer winzigen Linse und einem kristallinen Zapfen ausgestattet ist, der das Licht zu den lichtempfindlichen Zellen im Inneren des Auges leitet.

Spezialkamera hat 180 künstliche Facetten
Hunderttausende Bildsensoren hat die Insektenaugen-Kamera der Forscher im Gegensatz zum natürlichen Vorbild zwar noch nicht, mit 180 künstlichen Facetten verfügt sie aber ebenfalls über eine respektable Anzahl an "Einzelaugen". Damit erzielt die Kamera einen Blickwinkel von 160 Grad.

Die möglichen Einsatzgebiete der kleinen Kameramodule sind vielfältig. Man könnte sie unter anderem für die Überwachung, aber auch für den Einsatz im menschlichen Körper nutzen. Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet, wäre zudem die Verwendung in Handys und Smartphones denkbar.

Handybauer Nokia hält Technologie für vielversprechend
Nicht umsonst hat der Handyhersteller Nokia erst kürzlich in die Firma Pelican Imaging investiert, die ebenfalls an solchen Insektenaugen-Kameras arbeitet. Man hoffe, durch die Technologie besonders kleine Kameramodule zu ermöglichen, die zudem noch die Entfernung zum fotografierten Motiv messen und so das nachträgliche Fokussieren ermöglichen.

Ganz ähnlich funktioniert die Lichtfeldkamera "Lytro" (siehe Infobox), bei der ein Gitter von Mikrolinsen unmittelbar vor dem Bildsensor seinen Dienst tut. Bei Nokia scheint man jedenfalls sehr überzeugt von der Technologie zu sein. "Array-Kameras stehen unmittelbar vor dem kommerziellen Einsatz, und Pelican entwickelt dafür die Software. Pelican ist eines der Unternehmen, die diese Technik beherrschen", zitiert das Finanzportal Bo Ilsoe von Nokias Investmentunternehmung Nokia Growth Partners.

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