So, 17. Dezember 2017

"On The Road Again"

30.04.2013 15:03

Country-Legende Willie Nelson ist 80 und gibt weiter Gas

Der US-Musiker Jack White brachte es einmal auf den Punkt: "Niemand steht so sehr für Amerika wie dieser Mann." Er sprach von Willie Nelson, Country-Sänger, Komponist, Autor, Schauspieler und Aktivist, dessen Lieder längst zu unverzichtbaren Klassikern des US-Lebensgefühls gehören. Selbst Frank Sinatra und seine Musiker spielten für Nelson einst als Vorband. Am Dienstag wurde der stets mit Stoppelbart, lockiger grauer Haarmähne und Stirnband auftretende Countrysänger 80 Jahre alt - und feiert schon seit Wochen eine große Party mit all seinen Wegbegleitern.

Per Video-Botschaft auf Nelsons Website schickten unter anderem Sting, Dave Matthews, Norah Jones und Neil Young bereits ihre Glückwünsche. "Happy Birthday, lieber Willie", singt Young in seinem Video vom Balkon eines Motels aus. "Wir lieben dich. Lass es weiter rocken!"

Auch mehrere Geburtstagskonzerte hat Nelson schon absolviert, unter anderem mit Stars wie Carrie Underwood, Taylor Swift und Sheryl Crow. Weitere Auftritte sind geplant, und dabei soll auch für die Angehörigen der Opfer und die Verletzten nach der Explosion einer Düngemittelfabrik in Texas - Nelsons Heimatstaat - Geld gesammelt werden. "Wir hoffen, Willie macht es noch einmal 80 Jahre", schrieb die Zeitung "USA Today". "Die Welt ist einfach besser mit ihm darin."

In die Krise geboren
Geboren wurde der vielfach preisgekrönte Nelson 1933 mitten in die Weltwirtschaftskrise hinein. Er wuchs in dem kleinen osttexanischen Örtchen Abbott auf, das als Eisenbahnstation gegründet worden war, in seiner Geschichte nie mehr als 1.000 Einwohner zählte und sich heute vor allem als Geburtsort von Nelson rühmt.

An den Wochenenden kämpften Nelson und seine Freunde auf den Feldern gegen Hummel-Nester. "Abbott ist so ein kleiner Bauernhof-Ort, dass man alle Bauern kannte", erzählte er in einem Interview mit der "New York Times". "Sie kamen am Wochenende immer in den Ort, um einzukaufen, und erzählten, wo sie Hummel-Nester gefunden hatten. Sonntagsnachmittags sind wir Kinder dann rausgegangen und haben gegen die Hummeln gekämpft." Die vielen Stiche ließen Nelsons Gesicht so stark anschwellen, dass er seine Augen nicht mehr öffnen konnte - trotzdem ging er am nächsten Wochenende wieder zu den Hummeln. "So langweilig konnte es einem in Abbott eben werden."

Harter Weg bis zum Durchbruch
Schön früh begann Nelson Gitarre zu spielen und Songs zu schreiben, aber die Anfänge seiner Karriere waren holprig. Jahrzehntelang schlug sich der Texaner mit Gelegenheitsjobs durch. Kein Musiklabel wollte seine Songs veröffentlichen. Erst in den 1960er-Jahren feierte er erste Erfolge mit Liedern wie "Crazy" und "Bring Me Sunshine". Der lange ersehnte Durchbruch gelang 1975, als Nelson nach einigen Misserfolgen und zwei gescheiterten Ehen in der liberalen texanischen Stadt Austin gelandet war. Das Album "Red Headed Stranger" wurde zu seinem bislang größten Erfolg und "Blue Eyes Crying In The Rain" seine erste Single an der Spitze der Charts.

In den kommenden Jahrzehnten besang Nelson, der heute mit seiner vierten Frau hauptsächlich auf Hawaii lebt, das Lebensgefühl der USA ("On The Road Again"), schürte den Cowboy-Mythos ("Beer For My Horses"), bezirzte die Frauen ("Always On My Mind") und trat gemeinsam mit Show-Größen wie Johnny Cash, Julio Iglesias und Kris Kristofferson auf. Er spielte in Dutzenden Filmen mit, setzte sich für die Rechte von Bauern und die Legalisierung von Marihuana ein.

Kein Ende in Sicht
Auch der 80. Geburtstag ist für Nelson kein Grund, das Tempo zu drosseln. Bis September sind schon wieder Auftritte überall in den USA angekündigt. "Ich fordere jeden auf, mich 24 Stunden lang zu begleiten und dann ein eineinhalbstündiges Konzert zu geben", sagte er noch vor Kurzem in einem Interview. "Es ist mir egal, wer du bist und was du trinkst oder rauchst, begleite mich einfach und wahrscheinlich schaffst du es nicht durch den Tag."

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