Fr, 20. Oktober 2017

Für Neustart

30.04.2013 08:19

Kodak trennt sich von legendärem Fotofilm-Geschäft

Der insolvente Fotopionier Kodak kappt seine Wurzeln, um einen Neustart zu ermöglichen: Der US-Konzern überträgt sein traditionsreiches Filmgeschäft an den Pensionsfonds für seine britischen Mitarbeiter. Im Gegenzug verzichte der Fonds auf Ansprüche gegenüber Kodak in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro), wie Kodak am Montag am Firmensitz in Rochester im US-Bundesstaat New York mitteilte.

Kodak ist in den vergangenen Monaten unter anderem schon aus der Produktion von Diafilmen, Kameras und Druckern für den Privatgebrauch ausgestiegen. Die Fotofilme für Papierabzüge hatte das Management zusammen mit anderen Sparten im August zum Verkauf gestellt, war sie aber noch nicht losgeworden.

Kodak schlage jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe, erklärte Firmenchef Antonio Perez. Der britische Pensionsfonds war der größte Gläubiger des Unternehmens. Er übernimmt zusammen mit dem Filmgeschäft weitere Zweige und zahlt Kodak noch Millionen.

Das Filmgeschäft war früher eine Goldgrube und ließ Kodak zu einem der größten und bekanntesten US-Konzerne aufsteigen. Doch mit dem Vormarsch der Digitalfotografie brachen die Verkäufe ein. Anfang 2012 rutschte der Konzern in die Insolvenz. Bei der Sanierung blieben Tausende Jobs auf der Strecke. Bis zuletzt fielen hohe Verluste an.

Erstmals wieder Gewinn gelungen
Im ersten Quartal ist Kodak nun erstmals wieder ein Gewinn gelungen. Nach einem Verlust von 366 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum verdiente der Konzern 283 Millionen Dollar. Der Umsatz schrumpfte gleichzeitig weiter um neun Prozent auf 849 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Kodak hatte nach einem langen Ringen im Dezember seine Digitalfoto-Patente für gut eine halbe Milliarde Dollar an eine Gruppe von Technologiekonzernen verkauft, zu denen Apple, Google, Samsung und Microsoft gehören. Die namhaften Rivalen wollten damit sicherstellen, dass die Patente niemand anderem in die Hände fallen, der die Branche mit Klagen überziehen könnte.

Neustart als Druckspezialist
Für Kodak war der Verkauf der Patente eine Grundbedingung für einen Neustart, sonst hätten Banken einen notwendigen Kredit nicht gewährt. Noch am Dienstag will Kodak nun einen Plan beim zuständigen Insolvenzgericht einreichen, der dem Unternehmen den Neustart ermöglicht. Der Fotopionier will sein Geld künftig als Druckspezialist für Firmenkunden verdienen. "Ich bin zuversichtlicher denn je, dass wir Erfolg haben werden", erklärte Konzernchef Antonio Perez.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).