Fr, 24. November 2017

Fall Adelsmayr

23.04.2013 16:03

Arzt unterstützt Leidensgenossen aus Südafrika

Der in Dubai nicht rechtskräftig wegen Mordes verurteilte oberösterreichische Mediziner Eugen Adelsmayr hilft einem Kollegen, der wegen eines ähnlichen Vorfalls angeklagt ist. Der südafrikanische Arzt Cyril Karabus soll für den Tod eines Kindes in einem Krankenhaus in Abu Dhabi verantwortlich sein. Wegen der hohen Gerichtskosten überlässt Adelsmayr der Familie Karabus' die Erlöse durch den Verkauf seines E-Books, wie er am Dienstag erklärte.

Der mittlerweile 78 Jahre alte Südafrikaner hatte 2003 für vier Wochen in Abu Dhabi als Urlaubsvertretung auf der Kinderonkologie gearbeitet. Während dieses Aufenthalts starb ein Kind auf seiner Station. Nach seiner Rückkehr in seine Heimat erstattete der Vater des Kindes Anzeige, der Arzt hätte eine Transfusion nicht durchgeführt und sei deshalb für den Tod verantwortlich.

Adelsmayr: "Ich bin kein Einzelfall"
Karabus hat von der Anzeige jahrelang nichts gewusst. Fast zehn Jahre später, im August 2012, als der südafrikanische Arzt nach einer Hochzeitsfeier seines Sohnes in Kanada über die Vereinigten Arabischen Emirate zurückflog und in Dubai zwischenlandete, wurde er festgenommen. Karabus saß in Haft, wurde mittlerweile jedoch auf Kaution auf freien Fuß gesetzt. Am Montag findet eine weitere Verhandlung statt.

Die Familie des Mediziners hatte sich an Adelsmayr gewandt und von dem Oberösterreicher Unterstützung erhalten. "Ich bin kein Einzelfall", sagte Adelsmayr. Der Arzt aus Bad Ischl hat sich deshalb entschlossen, den Erlös seine Buches "Von einem, der auszog", das als E-Book verkauft wird, der Familie des Südafrikaners zu spenden.

Verurteilung trotz entlastender Gutachten

Adelsmayr war vorgeworfen worden, im Jänner 2009 im Rashid-Hospital in Dubai bei einem Patienten mit hoher Querschnittläsion durch Unterlassung der Hilfeleistung sowie Morphin dessen Tod herbeigeführt zu haben. Adelsmayr hatte dies bestritten, mehrere Gutachten hatten den österreichischen Arzt zudem entlastet. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe verlangt, das Gericht den 53-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt.

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