Do, 14. Dezember 2017

Mittelmeer-Ölrausch

18.04.2013 14:11

Seismischer Lärm gefährdet Wale und Delfine

Am 20. April jährt sich die "Deepwater Horizon"-Katastrophe zum dritten Mal. Die Meeresschutzorganisation "OceanCare" ruft anlässlich des Jahrestags die Ölindustrie und Politik zum verantwortungsvollen Handeln beim Erschließen der Ölressourcen auf. Denn der Fortbestand bedrohter Wal- und Delfinarten im Mittelmeer ist bedroht.

"Der Verdacht, dass der verantwortungslose Run auf die Öl- und Gasvorkommen im Mittelmeer unter dem Druck der Euro-Krise vorangetrieben wird, ist nicht von der Hand zu weisen", sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von "OceanCare". Die Jagd nach dem Öl wird zur Todesfalle für Wal- und Delfinarten im Mittelmeer, denn die Öl- und Gasförderung erzeugt Schallwellen, die so laut sind wie Düsenjets oder Weltraumraketen. Bereits die Suche nach neuen Vorkommen mittels seismischen Tests bedroht die Meeressäuger akut mit Unterwasserlärm.

EU in der Verantwortung
Was für die Menschen die Augen sind, sind für die Wale und Delfine das Gehör. Lärmverschmutzung macht die Tiere, die sich unter Wasser akustisch orientieren, orientierungslos. Die Folgen sind innere Verletzungen – immer mehr Tiere stranden und sterben. Mit dem Ziel, die Meeressäuger vor dem tödlichen Unterwasserlärm zu schützen, stellt "OceanCare" klare Forderungen an die Vertreter der EU: Sensible Lebensräume der Meeresssäuger im Mittelmeer sollen für seismische Tests sowie für die Öl- und Gasförderung tabu sein.

Meeresschutzzonen empfohlen
19 Gebiete im Mittelmeer hat ACCOBAMS, das Abkommen zum Schutz der Waltiere im Mittelmeer und im Schwarzen Meer, seinen Mitgliedern als Meeresschutzgebiete empfohlen, darunter den Hellenischen Graben, der südwestlich des Peloponnes bis nach Kreta verläuft und der mit bis zu 5.300 Metern Tiefe einer der wichtigsten Lebensräume für bedrohte Wal- und Delfinarten ist. Als solcher ist er unter anderem entscheidend für den Fortbestand des Pottwals, der als Tieftaucher auf Unterwassercanyons angewiesen ist.

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