Di, 17. Oktober 2017

Wasser verseucht

29.03.2013 18:27

Legionellen in Wohnhaus: 86-Jährige gestorben

Legionellen-Alarm in der Wasserversorgungsanlage eines Wohnblocks in Salzburg: Nachdem eine 86-jährige Bewohnerin gestorben war und das Spital Anzeige wegen Verdachts auf den gefährlichen Bakterien-Befall eingebracht hatte, ließ die Gesundheitsbehörde der Stadt Proben entnehmen. "Der Verdacht hat sich mittlerweile bestätigt", informierte am Freitag das Informationszentrum des Magistrates. Die 87 Bewohner des Gebäudes müssen nun zweieinhalb Wochen lang in der nahe gelegenen Volksschule Ersatz-Duschen benützen.

Die 86-Jährige wurde mit einer Lungenentzündung ins Spital gebracht. Dort habe man laut Amtsarzt Claus Reedl festgestellt, dass die Frau mit Legionellen kontaminiert ist. Das Krankenhaus habe vor etwa zwölf Tagen die Gesundheitsbehörde nach dem Epidemiegesetz informiert sowie umgehend Wasserproben in der Wohnung der Verstorbenen entnommen. Am Freitag habe man den Befund der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) erhalten. "Es wurden Legionellen im Trinkwasser festgestellt", erklärte Reedl.

Als Erstmaßnahme wurden die Wasserversorgungsanlage auf eine Warmwassertemperatur von 75 Grad eingestellt und Spülungen mit Heißwasser gemacht. 64 Wohneinheiten sind betroffen. "Neue Wasserproben werden den Erfolg der angeordneten Maßnahmen überprüfen", hieß es in der Aussendung des Magistrates.

Bakterien werden über Wassertröpfchen eingeatmet
Da aber diese Testergebnisse endgültig erst in etwa zweieinhalb Wochen vorliegen, dürfen die Bewohner so lange auch nicht in ihren eigenen vier Wänden baden und duschen. Ebenso untersagt sind alle weiteren Tätigkeiten, bei denen Wassertröpfchen eingeatmet werden könnten.

Generell könne man das Wasser in dem Haus zwar trinken, "gescheiter ist es aber, wenn man es abkocht", sagte der Amtsarzt. Die Infektion von Legionellen erfolge über Aerosole, beim Duschen und Baden können die Bakterien in dem fein zerstäubten Wasser eingeatmet werden. Schwere Erkrankungen der Atemwege können die Folge sein. Das Gesundheitsamt hat zur Information der Bewohner eine Hotline eingerichtet.

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