Fr, 24. November 2017

Streit um Wort

27.03.2013 10:01

Google mischt sich in schwedische Sprache ein

Wenn etwas nicht mit Googles Hilfe im Internet zu finden ist, dann ist es ungooglebar – oder "ogooglebar", wie der Schwede sagt. Und der Schwede sagt das oft, weshalb der dortige Sprachrat die Wortschöpfung auf eine Liste neuer Wörter setzen wollte. Das Gremium hatte die Rechnung allerdings ohne den Suchmaschinenkonzern gemacht.

Wie die schwedische Website "The Localist" am Dienstag berichtete, hatte der schwedische Sprachrat "ogooglebar" vergangenen Dezember auf eine Liste neuer Wörter gesetzt und in der dazugehörigen Worterklärung den Begriff als etwas beschrieben, "das man nicht mit einer Suchmaschine im Internet finden kann".

Das allerdings passte Google gar nicht in den Kram. Der Internetkonzern forderte den Sprachrat dazu auf, in der Erklärung ausdrücklich auf Google zu verweisen. Außerdem sollte das Sprach-Gremium erwähnen, dass es sich bei Google um ein geschütztes Markenzeichen handle.

Das wiederum verärgerte den Sprachrat. Statt auf die Forderungen Googles einzugehen, strich dieser das Wort daher nun lieber ganz von der Liste. "Wenn wir das Wort 'ogooglebar' in unserer Sprache haben wollen, dann benutzen wir es und geben ihm dadurch eine Bedeutung - und nicht ein multinationaler Konzern, der Druck ausübt", sagte die Chefin des Sprachrats, Ann Cederberg, und betonte, dass die Sprache frei sein müsse.

Im deutschen Duden ist man auf die Forderungen Googles indes eingegangen. Unter "googeln" heißt es dort: "['gu:gln] (mit Google im Internet suchen); ich goog[e]le; Google® ['gu:gl] ohne Artikel (Internetsuchmaschine)".

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