Sa, 18. November 2017

„Ist das alles hier?“

18.03.2013 15:38

Pilipenko kredenzen auf ihrem Debüt Musik ohne Grenzen

Pilipenko sind nicht einfach zu kategorisieren. Auf ihrem Debütalbum "Ist das alles hier?" vermischt das Quartett geschickt Art-Pop, Jazz, Rock, New Wave und World Music, ohne dabei allzu sehr aus einem verbindenden Kontext herauszutreten. Die Release-Party steigt am 26. März im Wiener Chelsea.

Eine künstlerische Herausforderung zu finden und diese nach bestem Wissen und Gewissen umzusetzen, gehört zu den größten Wünschen und Zielen eines jeden Musikers. Doch nicht oft eröffnet sich dem Künstler die Möglichkeit, seine wahre Kreativität auszuleben – fernab jeglichen Kommerzgedankens. Schließlich macht bekanntlich Geld die Musik und von überbordendem Ideenreichtum alleine lässt sich das Frühstücksei nur selten finanzieren.

Geübte Stilvielfalt
Die Wiener Pilipenko können sich im Musikzirkus etwas freier bewegen, schließlich können sämtliche Mitglieder des Quartetts auf reichhaltige Erfahrungen im Business verweisen. Von Paradise Now über Soulfinger bis hin zu The Baseballs reichen die Lebensläufe der Mitglieder – bei Pilipenko befreien sich Markus Stachl (voc), Martin Balder (bass), Axel Hartmann (dr) und Ed Siblik (git) von allen Zwängen und arrangieren zwölf Songs, die sich irgendwo zwischen Art-Pop, Jazz, New Wave und World Music verorten lassen.

Easy-Listening ist anders, das merkt man schon bei den durchaus dissonanten Tönen im Titeltrack "Ist das alles hier?". Pilipenko verfolgen aber auch nicht zwingend das Ziel, mit gewohnten Klängen die Radiocharts aufzumischen. Dass es auch mal eingängig und catchy gehen kann, beweisen die vier Musiker trotzdem des Öfteren. "Liebenszeitverschwenderin" ist ein frühlingshaft-lockeres Stück Pop, das lieber angenehm durch die Gehörgänge rutscht, als dort zwanghaft anzuecken, auch "Du" weiß mit Leichtfüßigkeit zu überzeugen.

Politische Botschaften inklusive
Überhaupt ist gerade die Stilvielfalt das große Plus der Wiener. Da rutschen Gitarrist Siblik schon mal Grunge-Gedächtnisriffs aus dem Sechssaiter ("Ich bin drei"), suhlen sich die Musiker in einer behutsamen Ballade ("Sternenstaub") oder drücken plötzlich rücksichtslos aufs Gaspedal ("Mehrheit"). Immer mit an Bord sind polit- und gesellschaftskritische Botschaften, die zwischen Problemen der Mittelschicht und den Wunsch, aus der Heimat auszubrechen, pendeln.

Zuvor angesprochene Stilvielfalt ist aber auch die Krux an der Geschichte. Zwischen all den Querverweisen verschiedener Musikgrößen reißt auf voller Albumlänge leider der Rote Faden. Zwischen Songs zum Nachdenken, überlangen Kompositionen und feurigen Rockern bleiben Pilipenko manchmal am eigenen künstlerischen Anspruch hängen. Ab und zu wäre etwas weniger halt doch mehr. Doch die am Albumcover gestellte Frage "Ist das alles hier?" kann getrost mit "Hoffentlich nicht" beantwortet werden. Denn wenn man sich fallen lässt und der Musik konzentriert folgt, wirken sich Pilipenko-Songs durchaus angenehm auf das seelische Empfinden aus.

Die offizielle Release-Show für das neue Pilipenko-Album findet am 26. März im Wiener Chelsea statt. Der Eintritt ist frei.

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