Sa, 18. November 2017

RTL in Ofterschwang

09.03.2013 14:35

Anna Fenninger holt Sieg vor Maze und Rebensburg

Sieg für Rot-Weiß-Rot! Sechs Tage nach dem Super-G-Triumph in Garmisch hat die Salzburgerin Anna Fenninger auch den Riesentorlauf von Ofterschwang gewonnen. Die 23-jährige Salzburgerin feierte am Samstag 0,44 Sekunden vor der als Weltcup-Gesamtsiegerin feststehenden Slowenin Tina Maze ihren dritten Saisonsieg und ihren vierten insgesamt.

Während Fenninger gewann, gelang Eva-Maria Brem auf Platz vier das beste Ergebnis ihrer Weltcup-Karriere. Michaela Kirchgasser komplettierte als Neunte das ÖSV-Trio in den Top Ten. Ein noch besseres Abschneiden der ÖSV-Damen wurde durch einen Ausfall von Kathrin Zettel in Lauf eins sowie einen eklatanten Rückfall der Halbzeit-Fünften Elisabeth Görgl auf Platz 25 verhindert – das war angesichts der Plätze eins, vier und neun freilich verschmerzbar.

Mit Brezel-Salz auf Vordermann gebrachte Piste
Vor allem Fenninger fuhr auf der wegen der hohen Temperaturen mit viel Brezel-Salz versetzten, schmierigen Piste wie auf Schienen. Lag sie nach Lauf eins nur drei Hundertstel vor Maze, reichte im Finale mit der letzten Startnummer auf der ruppigen Piste die sechstbeste Laufzeit noch zum klaren Sieg vor der Slowenin. Maze hielt sich im achten Saison-Riesentorlauf mit dem achten Podestplatz schadlos und stellte damit einen Damen-Saison-Rekord im RTL auf.

Fenninger zeigte sich über ihre Halbzeitführung noch etwas überrascht, "weil die Piste etwas komisch war". Ihre neue Lockerheit führte sie am Ende aber doch zum bereits dritten Saisonsieg. "Ich war schon ein bissl nervöser als im ersten Lauf. Aber das brauche ich", so Fenninger. "Offenbar liegt mir der deutsche Boden so wie der österreichische", scherzte die 23-Jährige, die je zwei ihrer Erfolge auf heimatlichem bzw. deutschem Schnee gefeiert hatte.

Fenninger: "Jetzt wäre Schweizer Boden dran"
Nun will Fenninger ihren Lauf auch auf schweizerischem Boden fortsetzen, denn dort geht kommende Woche das Weltcup-Finale in Szene. "Es läuft gerade sehr gut und ich bin locker drauf. Endlich schaffe ich es auch, im Rennen umzusetzen, was ich kann. Jetzt wäre Schweizer Boden dran", gab sich die Kombi-Weltmeisterin von 2011 zuversichtlich, auch in der Weltcup-Gesamtwertung ganz vorne zu landen.

Dort ist die Österreicherin derzeit hinter Maze und Maria Höfl-Riesch Dritte, Gesamt- und RTL-Wertung sind aber längst eine Beute von Rekordjägerin Maze. "Die Kugel kriegt eben nur die Erste. Es ist trotzdem schön, wenn man ganz vorne dabei ist und zeigen kann, dass man zu den Besten gehört", hielt dem die Österreicherin entgegen. "Wir haben noch eine harte Woche vor uns. Die Saison war aber schon gut und ich fühle keine Anspannung mehr. Alles was kommt, ist Draufgabe."

Maze jagt Podest-Rekord von Hermann Maier
Maze verpasste zwar ihren zehnten Saisonsieg, liegt mit 21 Podest-Plätzen aber nur noch einen hinter dem Saisonrekord von Hermann Maier. "Es ist unglaublich. So weiterzufahren wird schwierig. Ich will aber all meine Energie nutzen, auch wenn ich schon müde bin", so die 29-jährige Slowenin, die bei 2.154 Punkten hält und damit bereits mehr als tausend Punkte Vorsprung auf ihre erste Verfolgerin hat.

Eine Einmaligkeit in einer Saison, in der Maze alle fünf Kristallkugeln gewinnen kann. Die Nagelprobe erfolgt schon am Sonntag im Slalom, denn da kann die 33 Punkte vor Maze in Front liegende US-Weltmeisterin Mikalea Shiffrin im vorletzten Saisonrennen schon alles klar machen. "Heute war auch ein zweiter Platz super. Aber für mich ist Sonntag der wichtigste Tag", gab sich Maze kämpferisch.

Zettel mit Glück, Poutiainen mit Pech und Brem hocherfreut
Während Zettel ihren Sturz bedauerte, aber auch Glück hatte, auf dem schnittigen Frühjahrsschnee nicht zu stürzen, hatte Tanja Poutiainen nicht so viel Glück. Die routinierte Finnin wurde von einer Welle ausgehoben, stürzte bei der Landung und wurde mit Verdacht auf eine Kreuzbandverletzung im linken Knie ins Krankenhaus gebracht. Brem wiederum bewies, dass sie sehr wohl ein Thema für einen WM-Start gewesen wäre.

"Das ist Wahnsinn nach der harten Zeit. Ich musste in Schladming zuschauen, aber endlich habe ich die Leistung auf den Punkt gebracht", freute sich die 24-jährige Tirolerin. "Im ersten Durchgang hatte ich noch einen großen Fehler, den habe ich im zweiten weggelassen. Die Form wäre perfekt jetzt, aber das war sie auch schon im Oktober. Jetzt ist endlich auch die nötige Lockerheit da."

Das Ergebnis:

Rang Name Nation Lauf 1 Lauf 2 Gesamt
1 FENNINGER Anna AUT 1:11.84 1:17.55 2:29.39
2 MAZE Tina SLO 1:11.87 1:17.96 2:29.83
3 REBENSBURG Viktoria GER 1:12.38 1:17.97 2:30.35
4 BREM Eva-Maria AUT 1:13.99 1:17.46 2:31.45
5 MARMOTTAN A. FRA 1:14.87 1:17.01 2:31.88
6 BARTHET Anne-S. FRA 1:14.14 1:17.97 2:32.11
7 FANCHINI Nadia ITA 1:14.44 1:17.69 2:32.13
8 MANCUSO Julia USA 1:13.09 1:19.15 2:32.24
9 KIRCHGASSER M. AUT 1:14.23 1:18.06 2:32.29
10 HRONEK Veronique GER 1:14.64 1:17.66 2:32.30
11 CURTONI Irene ITA 1:14.30 1:18.14 2:32.44
12 CURTONI Elena ITA 1:15.22 1:17.32 2:32.54
13 WEIRATHER Tina LIE 1:15.46 1:17.15 2:32.61
14 HANSDOTTER Frida SWE 1:14.29 1:18.37 2:32.66
15 PREFONTAINE Marie CAN 1:15.25 1:17.47 2:32.72
16 KARBON Denise ITA 1:14.31 1:18.44 2:32.75
16 HÖFL-RIESCH Maria GER 1:13.47 1:19.28 2:32.75
18 DREV Ana SLO 1:14.41 1:18.54 2:32.95
19 GUT Lara SUI 1:15.04 1:18.13 2:33.17
20 GISIN Dominique SUI 1:14.51 1:18.67 2:33.18
21 KLING Kajsa SWE 1:14.62 1:18.61 2:33.23
22 LÖSETH Nina NOR 1:15.14 1:18.10 2:33.24
23 PIETILAE-HOLMNER M. SWE 1:15.28 1:18.00 2:33.28
24 KÖHLE Stefanie AUT 1:14.54 1:18.79 2:33.33
25 GÖRGL Elisabeth AUT 1:13.34 1:20.05 2:33.39
26 BERTRAND Marion FRA 1:14.23 1:19.17 2:33.40
27 HÖSL Simona GER 1:15.38 1:18.08 2ssa FRA 1:14.20 1:19.26 2:33.46
29 HECTOR Sara SWE 1:14.99 1:18.68 2:33.67
30 GAGNON Marie-M. CAN 1:13.45 1:20.91 2:34.36

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