Di, 12. Dezember 2017

"Solltet mich kennen"

09.03.2013 09:00

Der Kult-Star aus "Harry und Sally": Billy Crystal wird 65

Neunmal hat er die Oscar-Verleihung moderiert und es mit der Liebeskomödie "Harry und Sally" zu internationalem Ruhm geschafft. Am 14. März wird der US-Schauspieler und Comedian Billy Crystal 65 Jahre alt - und seine Selbstbeschreibung bei Twitter macht deutlich, was er selbstbewusst-humorvoll davon hält: "Ihr solltet mich jetzt langsam kennen."

Eine einzige Filmszene machte Billy Crystal zum Weltstar: Mitten in einem New Yorker Restaurant spielt seine Schauspiel-Kollegin Meg Ryan ihm 1989 lautstark einen Orgasmus vor - und Crystal bleibt nur noch, verlegen zu grinsen. Die Szene wird zum weltbekannten Klassiker, und mit ihr Ryan und Crystal. Der hatte sich zu diesem Zeitpunkt in den USA schon einen Namen als Stand-up-Comedian gemacht, aber erst "Harry und Sally" verhalf ihm zum endgültigen Durchbruch.

Nach "Harry und Sally" packte Crystal 1991 gleich die nächste Filmkomödie an, und auch "City Slickers - Die Großstadt-Helden" wurde zum großen Erfolg. Crystal, der den Film produzierte und die Hauptrolle spielte, wurde für einen Golden Globe nominiert - ging jedoch leer aus. Seinem Nebendarsteller, dem Western-Star Jack Palance, brachte der Film dagegen im dritten Anlauf einen Oscar. "Auf dem Ball nach der Verleihung kam er auf mich zu und sagte: 'Billy Crystal - Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet du derjenige sein wirst?' Es war seine Art Danke zu sagen, dass dieser kleine jüdische Bursche aus New York ihm den Oscar ermöglicht hat", erzählte Crystal einmal in einem Interview.

Erste Rolle in Seifenopern-Parodie
Geboren wurde William Jacob "Billy" Crystal 1948 mitten in Manhattan, er wuchs im nahe gelegenen Long Island in einer jüdischen Familie auf. Seine erste größere Rolle erhielt der Baseball-Fan Ende der 1970er-Jahre in der Serie "Soap", einer Parodie auf die Seifenopern im amerikanischen Mittagsprogramm. In den 80er-Jahren konnte er sich als Comedy-Star etablieren, bekam eigene Sendungen, machte bei der erfolgreichen Sketch-Show "Saturday Night Live" mit und tourte über die Bühnen der USA. Themen seines Programms waren meist seine Kindheit und die jüdischen Wurzeln.

Anfang der 90er-Jahre fand er schließlich eine neue Paraderolle: die des Oscar-Moderators. Insgesamt neunmal hat er die Gala inzwischen moderiert - nur der 2003 gestorbene britisch-amerikanische Schauspieler Bob Hope, der 18-mal durch die Preisverleihung geführt hat, kann ihn übertrumpfen. "Eigentlich sollte ich die Oscars noch einmal moderieren, um die zehn voll zu machen", sagt Crystal. "Sollte ich gefragt werden und das Gefühl haben, ich kann noch einmal etwas Neues beitragen, wäre ich wohl wieder dabei." Das bisher letzte Mal 2012 brachte Crystal allerdings eher miese Kritiken ein.

Erlebnisse als Großvater in "Die Bestimmer" verarbeitet
Aber der seit 1970 mit seiner Frau Janice verheiratete Crystal genießt auch das Privatleben als Großvater. Die Erlebnisse mit den Kindern seiner zwei Töchter hat er gerade zu einem Film verarbeitet: "Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern". Eine Woche lang hätten er und seine Frau einmal auf die zwei Kinder seiner Tochter Jenny aufgepasst, erzählt Crystal. "Es war großartig und anstrengend zugleich. Am siebenten Tag hatte ich dann die Filmidee."

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