Mi, 18. Oktober 2017

Retter in der Not

08.03.2013 08:17

Sbg: Lift-Mitarbeiter reanimiert Skigast nach Herzstillstand

"Goldene Krone" für einen Lebensretter im Salzburger Sportgastein: Erst vor wenigen Tagen absolvierte Michael Salzmann von der Goldbergbahn einen Auffrischungskurs in Sachen Erste Hilfe, nur kurze Zeit später musste er das Gelernte bereits in der Realität umsetzen. Ein Skiläufer hatte einen Herzstillstand erlitten. Salzmann reanimierte ihn, der Mann ist mittlerweile auf dem Weg der Besserung.

"Erst vergangenen Donnerstag war Simon Röck vom Roten Kreuz wieder bei uns. Er bildet die Ersthelfer aus. Wir machen das jedes Jahr. Heuer legte er besonderen Wert auf Reanimationsmaßnahmen und die richtige Anwendung des Defibrillators", schildert Michael Salzmann (links im Bild). "Wir betreiben seit zwölf Jahren das Projekt 'Ein Tal lernt retten'. Normalerweise müssten Ersthelfer in den Betrieben alle fünf Jahre einen 8-Stunden-Kurs absolvieren. Wir bieten jedes Jahr einen 2-Stunden-Kurs an. Da bleibt mehr hängen. Und das wird auch sehr gut angenommen", erklärt Simon Röck.

"Tagesskigast erlitt beim Einsteigen in Gondel Herzstillstand"
Der Kurs kam dem langjährigen Angestellten bei der Goldbergbahn gleich am Sonntag zugute. "Da erlitt ein Tagesskigast aus Maria Alm beim Einsteigen in die Gondel in der Talstation einen Herzstillstand. Mehrere Skifahrer machten mich - ich war draußen mit Arbeiten beschäftigt - darauf aufmerksam", erzählt Salzmann. Er lief sofort zu dem zusammengebrochenen Mann. "Er atmete nicht mehr. Deswegen begann ich sofort mit der Herzdruckmassage. Die Kollegen in der Station forderten zeitgleich den Notarzt, einen Heli und den Defibrillator von der Mittelstation an", so der Helfer weiter.

Bei der Herzdruckmassage gibt es einige Dinge zu beachten, wie Rotkreuz-Helfer Röck erklärt: "Zuerst muss man schauen, ob der Patient noch atmet. Tut er das nicht, beginnt man mit der Herzdruckmassage. Da drückt man den Handballen in der Mitte des Brustkorbs sechs Zentimeter tief rein. Das Ganze muss hundert Mal pro Minuten passieren. Dann wird zwei Mal beatmet. Der Patient sollte so überleben."

"Mann atmete wieder von selbst und war sogar ansprechbar"
Nach drei Minuten konnte auch Michael Salzmann die Massage und die Beatmung erleichtert beenden: "Der Mann atmete wieder von selbst und war sogar ansprechbar. Seine Frau und seine Tochter bedankten sich mehrfach. Er wurde schließlich ins Spital geflogen."

Nicht nur Simon Röck, auch Goldbergbahn-Betriebsleiter Hans Schuster (rechts im Bild) ist stolz auf Michael Salzmann: "Ohne seine raschen Wiederbelebungsversuche hätte der Skigast wohl nicht überlebt." Michael Salzmann hat sich die "Goldene Krone" damit mehr als nur verdient. "Ich bin einfach nur unendlich froh, dass ich den Herrn ins Leben zurückholen konnte", meint er ganz bescheiden.

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