Do, 23. November 2017

Sexspielzeug-Attacke

07.03.2013 20:16

Nachbarin in NÖ ermordet: 20 Jahre Haft für 46-Jährige

Weil sie ihre 58-jährige Nachbarin brutal erschlagen hatte, ist am Donnerstag eine 46-jährige Hausbesorgerin aus Serbien am Landesgericht Korneuburg wegen Mordes zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Angeklagte stritt zwar nicht ab, für den Tod der Frau verantwortlich zu sein, bestritt aber die Tötungsabsicht. Sie sei von der 58-Jährigen mit einem Dildo bedroht worden und habe sich nur gewehrt. Die Geschworenen schenkten der Notwehr-Version aber keinen Glauben.

Mildernd haben sich der ordentliche Lebenswandel und der "Beitrag zur Wahrheitsfindung" ausgewirkt, "ein reumütiges Geständnis ist nicht vorgelegen", erklärte Richter Gernot Braitenberg. Erschwerend sei die "besondere Brutalität der Tat gegen einen behinderten und älteren Menschen" gewesen, der "in keiner Weise dem Angriff der Angeklagten gewachsen" gewesen sei. "Was auch immer vorgefallen ist, das Verfahren konnte es im Detail nicht klären", bedauerte der Richter. Eine Notwehrsituation oder Begründung für die Tat lägen aber "nicht einmal ansatzweise" vor.

Nachbarin soll Angeklagte mit Dildo bedroht haben
Folgendes ließ sich im Zuge des Prozesses rekonstruieren: Die Tat hatte sich am 20. März des Vorjahres in Schwechat (Bezirk Wien-Umgebung) ereignet. Als Hausbesorgerin hatte die Angeklagte ein Paket für die 58-Jährige übernommen und es ihr übergeben. Die Frau soll sie daraufhin auf einen Kaffee in die Wohnung gebeten haben, doch die Maschine funktionierte nicht. Während die 46-Jährige versuchte, diese in Gang zu bringen, stand die 58-Jährige laut der Angeklagten plötzlich hinter ihr "und hat mich bei den Brüsten gepackt", erklärte die 46-Jährige vor dem Richter. Die Frau habe "einen Dildo umgeschnallt" gehabt und ihr auch zwischen die Beine gegriffen, schilderte die Angeklagte.

Hausbesorgerin: "War nicht meine Absicht, sie zu töten"
Daraufhin sei es zu einem Kampf zwischen den Frauen gekommen, in deren Verlauf das Opfer zu Boden stürzte und der 46-Jährigen kräftig in den Finger gebissen haben soll. Um sich zu wehren, habe sie "irgendwas, das in der Küche lag, erwischt" und "drei oder vier Mal" auf sie eingeschlagen, erläuterte die Beschuldigte. Staatsanwalt Christian Pawle hingegen sprach von "mehr als zwei Dutzend Schlägen", die die 58-Jährige getroffen haben sollen. "Ich bin verantwortlich für ihren Tod, es war aber nicht meine Absicht, sie zu töten", sagte die Beschuldigte.

Der Staatsanwalt ließ die Verantwortung der Angeklagten jedoch nicht gelten. Die 46-Jährige habe die Ältere "von hinten und überraschend" angegriffen, etliche Male auf sie eingeschlagen und sie sogar "teilweise skalpiert", sagte er. Nach der Tat habe sie die Frau nicht nur hilflos verbluten lassen, sondern auch noch ihre Wohnung durchsucht.

Um eine polizeiliche Öffnung der Wohnung zwei Tage später zu verhindern, habe sie ein Wertkartenhandy besorgt und eine SMS an eine Nachbarin verschickt, in der sie sich als die 58-Jährige ausgab und behauptete, sie sei auf Urlaub. Dann tauchte sie mehrere Monate in ihrer Heimat in Serbien unter.

Gerichtsmediziner: "Einiges nicht mehr nachzuweisen"
Gerichtsmediziner Wolfgang Denk erklärte, dass aufgrund des Verstreichens mehrerer Wochen, bis die Leiche gefunden worden sei, medizinisch einiges nicht mehr nachgewiesen werden könne. Bei "sofortiger Hilfeleistung" sei "mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen", dass der Tod der 58-Jährigen zu verhindern gewesen wäre, glaubte der Sachverständige.

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