Fr, 24. November 2017

Besuch aus Paris:

06.03.2013 17:00

„Bewahrt das Wasser vor Zugriff der Konzerne“

Mit französischem Charme, aber auch mit politischem Nachdruck hat sich die Pariser Umweltstadträtin Anne Le Strat (re. im Bild) am Mittwoch in Wien gegen die Privatisierung der Wasserversorgung ausgesprochen. Die französische Sozialdemokratin war auf Einladung ihrer Wiener Ressort-Schwester Ulli Sima (li. im Bild) herangeeilt. Die "Öko-Jeanne-d'Arc" warnte eindringlich vor dem umstrittenen EU-Plan, Konzessionen an Konzerne zu vergeben.

"25 Jahre war das Wasser für unsere Bürger in privaten Händen. Rechtsseitig der Seine war ein zum Veolia-Konzern gehörendes Unternehmen am Zug und linksseitig der Suez-Konzern. Da ist vieles schiefgegangen. Jetzt haben wir das kostbare Nass wieder in unserer Verwaltung. Und die Pariser sagen 'merci'", versicherte die resolute Mandatarin im Wiener Rathaus.

Laut Anne Le Strat ist in Paris jetzt wieder alles im Lot: "Die Gewinne sprudeln, sodass wir sozial Schwächeren günstigere Tarife für das, was aus den Leitungen fließt, geben können. Und dadurch, dass jetzt sämtliche Aufgaben der Pariser Wasserversorgung gebündelt sind, ist es für Trinkwasser zu einer Preissenkung um acht Prozent gekommen." Zum Vergleich: Als noch die gewinnorientierten Mächte am Ruder waren, hatte sich das kostbare Nass für die Bürger um 260 Prozent verteuert.

"Kommunale Dienste nie an Private auslagern"
Die riesigen Erfolge der kommunalen "Eau de Paris" sind Wasser auf die Mühlen von Umweltstadträtin Ulli Sima. Vor der am Donnerstag beginnenden Volksbefragung in der Bundeshauptstadt (mit dem zentralen Thema der Sicherung kommunaler Versorgungsbetriebe in städtischer Obhut) betonte die Sozialistin aus Wien: "Die kommunalen Dienste dürfen niemals an Private ausgelagert werden. Unsere wertvollen Tropfen, die bekanntlich direkt aus den Bergen zu uns fließen, sind kostbares Allgemeingut." "Oui, oui!", kann Anne Le Strat da nur zustimmen.

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