Di, 12. Dezember 2017

Hilfe kam zu spät

05.03.2013 15:37

Zwei Tourengeher sterben in Sbg bei Lawinenabgängen

Zwei Tourengeher sind am Dienstag bei Lawinenabgängen in Salzburg ums Leben gekommen. Ein Wintersportler wurde in Obertauern von einem Schneebrett erfasst, ein weiterer in Scheffau im Tennengau verschüttet. Für die beiden kam jede Hilfe zu spät.

Gegen 12 Uhr hatte in Obertauern ein Ehepaar aus Tirol, das in Richtung "Glöcknerin" unterwegs gewesen war, ein Schneebrett losgetreten. Die eingewehte Rinne, in der sich die rund 150 Meter breite und 300 Meter lange Lawine gelöst hatte, sei über 35 Grad steil gewesen, erklärte der Einsatzleiter der Bergrettung Obertauern, Christian Binggl. Das Paar wurde von den Schneemassen mitgerissen.

Der 62-jährige Mann wurde gegen einen Baum geschleudert und erlitt tödliche Kopfverletzungen. Seine 61 Jahre alte Ehefrau, die von den Schneemassen nicht verschüttet worden war, blieb unverletzt und alarmierte sofort die Einsatzkräfte. Elf Bergretter aus Obertauern, vier Polizisten, Rotkreuz-Helfer, ein Notarzt und zwei Hubschrauber machten sich auf die Suche nach dem Verschütteten - er konnte nur noch tot geborgen werden. Die Frau erlitt einen schweren Schock.

"Beide Tourengeher verschüttet gewesen"
Nur knapp eine halbe Stunde später ging auch im Tennengau eine Lawine ab. Zwei Alpinisten aus Deutschland sollen sich ersten Informationen zufolge in einer steileren, eingewehten Nordrinne des Hagengebirges - in der sogenannten Wiesabfahrt des Scheiblingkogels - auf rund 1.800 Meter befunden haben, als sich die Schneemassen lösten.

Einer der beiden, ein 55-Jähriger, wurde verschüttet, sein 51 Jahre alter Begleiter war laut Wilfried Seidl, Bezirksleiter der Bergrettung Tennengau, mit einem Lawinen-Airbag ausgerüstet und kam auf der Lawine zu liegen. Er erlitt schwere Verletzungen, unter anderem einen offenen Bruch.

Eine Gruppe einheimischer Tourengeher, die zufällig an der Unglücksstelle vorbeikamen, eilten den Männern sofort zu Hilfe. Drei der Sportler begannen, den Verschütteten auszugraben. "Sie haben ihn noch reanimiert, konnten ihn aber nicht mehr retten", erklärte Seidl. Der Schwerverletzte wurde per Rettungshubschrauber (Bild) ins Spital gebracht.

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