Di, 17. Oktober 2017

WM-Bilanz

04.03.2013 11:31

ÖSV-Athleten mit sieben Medaillen über Erwartungen

Insgesamt sieben Medaillen - eine Goldene, fünf Silberne und eine aus Bronze - haben Österreichs Athleten bei den 49. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften geholt. Damit waren die Titelkämpfe im Val di Fiemme - was die Anzahl der Medaillen betrifft - in der ÖSV-Geschichte nach Oslo 2011 mit zehn Medaillen die erfolgreichsten für die rot-weiß-roten Athleten.

Vor allem Österreichs Kombinierer haben hervorragend abgeschnitten. Bernhard Gruber und Willi Denifl holten im erstmals ausgetragenen WM-Teamsprint völlig unerwartet Silber. Mit drei Vizeweltmeistertiteln war sogar der sonst eher sachlich wirkende Cheftrainer Christoph Eugen glücklich.

Der tolle Start mit überraschendem Einzel-Silber durch Mario Stecher, der nach einer Knie-Operation in einem mitreißenden Sprint zwei Deutsche hinter sich ließ, war natürlich eine Erleichterung. Gruber holte sich dann im Einzel von der Großschanze Silber, ehe er gemeinsam mit Denifl auch im Schlussbewerb noch einmal zuschlug.

Dass es im Teambewerb (Rang fünf) nicht mit Edelmetall geklappt hat, mutet im Nachhinein fast eigenartig an. "Eigentlich war es im Vierer-Team, man sagt es zwar nicht, fast aufgelegt, dass wir eine machen. Die Medaillen haben wir dann in jenen Bewerben geholt, in denen es am schwersten war", wunderte sich auch Denifl. Mit dieser Bilanz im Gepäck dürfen die Kombinierer dem nächsten Großereignis - den Olympischen Spielen in Sotschi 2014 - mit Selbstvertrauen entgegenblicken.

In der Infobox finden Sie einen Überblick über die Tops und Flops der WM sowie eine Liste aller Medaillengewinner!

Leichte Schwächen bei den Skispringern
Unsere Skispringer haben den Nimbus der Unbesiegbarkeit ablegen müssen. Nur "Überflieger" Gregor Schlierenzauer hat über eine nicht mehr so ausgeglichen starke Mannschaft hinweggetäuscht. Mit dem WM-Titel im Teambewerb (Großschanze) bescherten die ÖSV-Adler in ihrem letzten Bewerb den Fans aber noch die so ersehnte Goldmedaille, die Schlierenzauer im Einzelbewerb vom großen Bakken nicht geschafft hatte.

Mit einmal Team-Gold, dem Mixed-Silber sowie dem Vizeweltmeistertitel von Schlierenzauer von der Normalschanze bilanziert Cheftrainer Alex Pointner durchaus zufrieden. Ob nun, trotz Gold, die Zeit der "Superadler" vorbei ist? "Diese Superadler, diese fünf, werden für mich immer Superadler bleiben. Das hängt nicht von Erfolgen ab, die haben Geschichte geschrieben, das wird für mehrere Jahrzehnte so bleiben", sagte Pointner.

Mit einer Bronzemedaille hat sich auch Skispringerin Jacqueline Seifriedsberger beim dritten Versuch in die Ehrentafel von Titelkämpfen eingetragen. Die 22-jährige Oberösterreicherin schaffte damit endgültig den Durchbruch und sprang im wahrsten Sinne des Wortes für die verletzte Weltmeisterin von 2011, die Steirerin Daniela Iraschko, perfekt in die Bresche.

Zufriedenheit bei den Langläufern
Markus Gandler, der sportliche Leiter der ÖSV-Langläufer, war mit dem Auftritt seiner Truppe, die keine Medaillen einfahren konnte, insgesamt sehr zufrieden. "Die Bilanz ist für mich hoch positiv", erklärte der Tiroler. Man dürfe nicht alle Aktiven im direkten Vergleich zur Elite beurteilen. Katerina Smutna habe im Sprint und mit der Staffel (Übergabe als Vierte) ihre Zugehörigkeit zur erweiterten Weltspitze bewiesen, die Juniorin Teresa Stadlober (zwei Top-30-Plätze und starke Staffelleistung beim Debüt) ihr Potenzial unterstrichen.

Auch ÖSV-Sportdirektor Pum zieht positive Bilanz
Hans Pum zog ebenfalls zufrieden Bilanz. "Mit sieben Medaillen liegen wir im Medaillenspiegel ex aequo mit Schweden auf Platz zwei", sagte Pum und fand für alle drei Sparten lobende Worte. Bei den Springern habe man gewusst, dass Oslo mit fünfmal Gold und zweimal Silber nicht zu wiederholen sei. In der Kombination seien mit drei Medaillen die eigenen Erwartungen übertroffen worden und im Langlauf sah der 58-Jährige einen großen Schritt nach vorne. Der erste Auftritt einer Damen-Staffel seit 24 Jahren und die Leistungen von jungen Aktiven würden Hoffnungen für die Zukunft wecken.

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