Do, 23. November 2017

Kein Edelmetall

28.02.2013 18:47

Stoch gewinnt Gold, Loitzl als bester ÖSV-Adler Vierter

Vierter Skisprung-Bewerb bei der Nordischen Ski-WM - und erstmals keine Medaille für die ÖSV-Adler: Routinier Wolfgang Loitzl (Bild) hat am Donnerstag auf der Großschanze zwar seine gute Form aus der Qualifikation bestätigt, die Bronzemedaille als Vierter allerdings um 4,2 Punkte verpasst. Der 33-Jährige musste sich dem Polen Kamil Stoch, dem Slowenen Peter Prevc und dem Norweger Anders Jacobsen geschlagen geben.

Auch wenn Loitzl, der Normalschanzen-Weltmeister von 2009, die Sensationsmedaille verfehlte, so überwog bei ihm doch die Freude. "Ich kann dem nachtrauern, aber hätte ich vor ein paar Tagen erfahren, dass ich Vierter werde, hätte ich das dankend angenommen. Für mich ist es keine verlorene Medaille, sondern ein gewonnener vierter Platz. Ich nehme sehr viel Positives mit", sage der zweifache Familienvater. "Es ist sehr gut, was ich mache. Jetzt macht das Springen wieder mehr Spaß."

Kein Vorwurf an Trainer wegen Anlauflänge
Unmittelbar vor und bei den drei späteren Medaillengewinnern nach Loitzl hatten deren Trainer den Anlauf verkürzen lassen, ÖSV-Coach Alex Pointner verzichtete jedoch darauf. Loitzl meinte danach, er sei überrascht gewesen, mache aber dem Trainer keinen Vorwurf. "Ich hätte es mir zugetraut, aber im Nachhinein ist leicht reden." Loitzl flog somit zwar im Finale 1,5 bis 2,5 Meter weiter als das Top-Trio – ein Meter bringt 1,8 Punkte – die Konkurrenten erhielten aber wegen des um zwei Luken kürzeren Anlaufs 6,7 Punkte gutgeschrieben.

Schlierenzauer: "Habe mich in der Materialwahl vergriffen"
Vor allem Gregor Schlierenzauer hatte die Hoffnungen der Österreicher getragen. Der Tiroler war mit Platz acht vom Griff nach der ersten Goldmedaille für den ÖSV bei diesen Titelkämpfen aber überraschend weit entfernt. "Ich habe mich ein bisserl in der Materialwahl vergriffen. Ich habe da ein bisserl Aufholbedarf in den nächsten Jahren. Das war natürlich kein guter Wettkampf", analysierte der 23-jährige Tiroler. Er wisse, woran es liegt und wo er den Hebel ansetzen muss. "Ich bin ein Mensch und keine Maschine. Die Saison ist sowieso grandios."

Fettner: "Mein Job war ganz okay"
Für Manuel Fettner, der am Ende 15. wurde und wie Schlierenzauer im Finale mit zwei Luken weniger Anlauf in die Spur ging, waren es "zwei passable Sprünge" mit kleinen Fehlern. "Mein Job war ganz okay, ich weiß, wo ich es liegengelassen habe. Ich hätte es dem Wuff (Loitzl, Anm.) voll vergönnt. Das Niveau ist im Moment so hoch."

Morgenstern: "Die Bombe ist mir nicht gelungen"
Für Thomas Morgenstern reichte es nach Rang fünf vom kleinen Bakken auch auf dem großen zu keiner Medaille. Im Auslauf des ersten Durchgangs stürzte er nach seinem 126-Meter-Satz nach dem Telemark nahe der Sturzlinie und ging so nur als 22. in das Finale. "Im zweiten Durchgang musste ich alles auf eine Karte setzen. Die Bombe ist mir nicht gelungen, aber der Sprung war tadellos", sagte der Kärntner zu seinem 125,5-Meter-Satz.

"Aber ansonsten war es ein vergeigter Wettkampf", stellte Morgenstern, unmittelbar hinter Fettner 16., fest. Youngster Stefan Kraft landete auf Platz 24. "Es passt ganz gut, ich habe mich wieder gesteigert, ich bin wieder fast da, wo ich sein wollte. Es war zwei Mal nicht ganz perfekt."

Stoch: "Wunderbarer Tag für mich, ich bin extrem glücklich"
Stoch ist kein Überraschungsweltmeister: Schlierenzauer hatte ihn als Konkurrenten Nummer eins genannt, Ex-Springer Adam Malysz den Sieg seines Landsmanns vorausgesagt. "Ein wunderbarer Tag für mich, ich bin extrem glücklich. Ich habe ein bisschen weniger Druck verspürt als noch vor einigen Tagen", sagte Stoch, dem ÖSV-Cheftrainer Pointner gratulierte. "Wer großartige Erfolge gefeiert hat, der muss auch verlieren können - daher Gratulation", sagte der Erfolgscoach, der sich über den Aufschwung von Loitzl freute.

"Er hat eine unheimliche Leistungssteigerung erfahren und das gut herübergebracht." Und zu Schlierenzauer: "Der Gregor wollte mehr auf eine Karte setzen, hat ein bisschen was verändert, das ist im ersten Durchgang nicht gelungen. Im zweiten war es dann ein besserer Sprung."

Das Ergebnis:

Rang Name Nation Sprung 1 Sprung 2 Punkte
1 STOCH Kamil POL 131.5 130.0 295.8
2 PREVC Peter SLO 130.5 130.5 289.7
3 JACOBSEN Anders NOR 129.0 131.0 289.1
4 LOITZL Wolfgang AUT 128.5 132.5 284.9
5 MATURA Jan CZE 127.5 132.0 281.4
6 FREITAG Richard GER 129.0 128.5 280.4
7 AMMANN Simon SUI 127.5 132.5 279.8
8 SCHLIERENZAUER G. AUT 125.0 128.5 279.2
9 FREUND Severin GER 126.5 129.5 277.4
10 ITO Daiki JPN 127.5 127.0 276.9
11 BARDAL Anders NOR 127.5 129.0 276.4
11 WANK Andreas GER 127.5 129.5 276.4
13 NEUMAYER Michael GER 130.5 124.0 274.3
14 HILDE Tom NOR 127.5 129.0 273.6
15 FETTNER Manuel AUT 126.5 125.5 272.7
16 MORGENSTERN T. AUT 126.0 125.5 271.8
17 TAKEUCHI Taku JPN 126.0 126.0 270.5
18 STJERNEN Andreas NOR 125.0 127.0 268.9
19 ZYLA Piotr POL 124.0 126.5 268.1
20 KUBACKI Dawid POL 126.5 126.0 265.3
21 KRANJEC Robert SLO 123.0 126.5 264.5
22 KASAI Noriaki JPN 125.0 125.0 263.7
23 KRAFT Stefan AUT 124.5 124.5 262.3
24 HLAVA Lukas CZE 121.5 126.5 260.3
25 HVALA Jaka SLO 122.0 125.0 259.8
26 NURMSALU Kaarel EST 121.0 122.5 259.4
27 KOT Maciej POL 125.0 122.5 258.7
28 TEPES Jurij SLO 122.0 124.5 258.1
29 DESCOMBES SEVOIE V. FRA 122.0 126.5 256.7
30 KOUDELKA Roman CZE 120.5 121.5 250.5

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