Di, 17. Oktober 2017

Wie am Fließband

27.02.2013 08:46

Welpenhändler verdienen mit Tierleid Millionen

Hundehandel als Millionengeschäft: In Europa leiden Mutterhündinnen und Welpen Höllenqualen. Wer aus Geiz oder Naivität einen Vierbeiner bei dubiosen Händlern kauft, bekommt meist kurze Zeit später wortwörtlich die Rechnung präsentiert.
Andrea T. war auf der Suche nach einem Chihuaha aus liebevoller Familienaufzucht. Das kleine, übel riechende Fellknäuel, das man ihr auf einem Parkplatz für 600 Euro in die Hand drückte, sei geimpft, entwurmt und acht Wochen alt, so der Verkäufer. Rechnung oder Papiere – Fehlanzeige.

Kurze Zeit später bekam die kleine "Cindy" schweren Durchfall, übergab sich und wurde apathisch. Der Todeskampf des Welpen dauerte drei Tage und kostete Andrea T. 1.000 Euro. Cindy starb dennoch qualvoll an der hoch ansteckenden Staupe. "Ich hätte auf mein Bauchgefühl hören sollen", sagt T. heute. Cindys Schicksal ist bei Weitem kein Einzelfall.

Welpenhandel längst Millionengeschäft
Täglich melden sich neue Hundebesitzer in der "Krone Tierecke", die auf dubiose Händler hereingefallen sind oder aus Mitleid einen Welpen gekauft haben, der kurze Zeit später schwer krank wurde. Der illegale Welpenhandel ist längst zum Millionengeschäft geworden. Die Profiteure sind skrupellose Vermehrer, für die ein Hundeleben nicht zählt, für die Welpenmütter als Gebärmaschinen dienen, die mit Hormonen vollgepumpt und zum Teil auch zwangsgedeckt werden.

Sonnenlicht sehen die Hunde nie
Unter welchen Umständen die Vierbeiner vor sich hinvegetieren, bekommt kaum jemand zu sehen: Sie müssen in verschmutzten, winzigen Verschlägen hausen, Sonnenlicht sehen die meisten von ihnen nie. Im Alter von oft nur vier Wochen entreißt man die Welpen ihren Müttern und karrt sie durch Europa, "Verluste" sind einkalkuliert.

Billigwelpen kommen meist teuer
Wer an einen solchen Händler gerät, kauft meist aus Unwissen, Geiz oder schlicht aus Mitleid – doch davon ist dringend abzuraten, denn für jedes gerettete Tier folgen viele weitere nach! Lassen Sie sich niemals von Kleinanzeigen zum Kauf eines billigen Welpen verleiten – das "Schnäppchen" kann Sie hohe Summen beim Tierarzt kosten! Bestehen Sie darauf, zumindest das Muttertier und die Geschwister zu besichtigen. Denn die Welpenhändler mit Ihrem Geld zu unterstützen bewirkt nur eines: weiteres Tierleid am Fließband.

Anwalt prangert in neuem Buch an
In seinem neuen Buch "Die Welpenmafia" (20,60 Euro, hansanord Verlag) prangert Rechtsanwalt Christoph Posch die Machenschaften der Hundehändler an und beschreibt, wie jeden Tag in ganz Europa Hunderte – teils mit gefährlichen Krankheiten infizierte – Welpen verkauft werden. Zudem gibt er Tipps, worauf beim Welpenkauf geachtet werden muss und woran man einen seriösen Zuchtbetrieb erkennt. Unterstützung bei den Recherchen kamen von Mitarbeitern der "Vier Pfoten".

Jetzt auf Facebook Fan der "Krone Tierecke" werden und eines von zehn Exemplaren von "Die Welpenmafia" gewinnen!

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden