Do, 23. November 2017

Abfahrt in Meribel

23.02.2013 11:49

Sensationssieg von Spanierin Ruiz Castillo, Sterz 5.

Mit einer Überraschung hat am Samstag die Weltcupabfahrt der Damen in Meribel geendet: Die Spanierin Carolina Ruiz Castillo siegte in 1:42,56 Minuten vor der Deutschen Maria Höfl-Riesch (+0,20 Sekunden) und der Französin Marie Marchand-Arvier (+0,21). Als beste der ÖSV-Damen fuhr die Schnellste des zweiten Trainings, Regina Sterz, auf Rang fünf.

Für die 31-jährige Ruiz Castillo ist der Sieg im französischen Skiort der erste Weltcup-Erfolg ihrer Karriere, für Spaniens Ski-Damen der erste Sieg in einem Speedrennen überhaupt. Die Ibererin vermasselte damit nicht nur Höfl-Riesch den ersten Abfahrtssieg dieses Winters, sondern auch der viertplatzierten Tina Maze (+0,28) den 18. Podestplatz der Saison, womit die Slowenien mit den Rekordhalterinnen Hanni Wenzel (Liechtenstein) und Pernilla Wiberg (Schweden) gleichziehen würde.

"Heute hat alles zusammengepasst"
"Es ist ein so toller Kurs, ich habe mich vom ersten Training an wohlgefühlt. Ich habe so lange darauf hingearbeitet und heute hat alles zusammengepasst. Ich bin einfach nur glücklich", sagte Ruiz Castillo, die als beste Leistungen in der Abfahrt bisher zwei siebente Plätze von 2007 und 2009 zu Buche stehen hatte. Im Riesentorlauf war sie im März 2000 einmal Zweite - es war ihr einziger Podestplatz überhaupt.

Freudig strahlte auch die Tirolerin Sterz im Zielraum, hatte sie es doch geschafft, ihre Trainingsleistungen mit Bestzeit am Freitag im Rennen umzusetzen. "Ich war schon in Cortina Fünfte und freue mich, dass ich es noch einmal zeigen konnte. Für ganz oben brauchte es einen perfekten Lauf, es hat nicht all zu viel gefehlt, leider habe ich im oberen Teil Zeit verloren", sagte die 27-Jährige. "Für das Stockerl bin ich auf dem richtigen Weg. Ich werde einfach so weitermachen, dann wird es irgendwann gelingen."

Bestes Saisonergebnis für Görgl in der Abfahrt
Elisabeth Görgl verbuchte mit Platz neun ihr bestes Abfahrtsergebnis der Saison, sie hatte einen weicheren Schuh mit entschärfter Einstellung verwendet und damit einen guten Griff gemacht. "Ein Danke an das ganze Team, das mir geholfen hat. Ich habe heute den Ski gehen lassen, die Linie war nicht ganz ideal. Aber ich bin sehr zufrieden, es ist schön, wieder einmal unter den besten zehn zu sein", sagte die Steirerin, die auch optimistisch in die Super-Kombi geht. "Ich habe auch wieder zwei Tage Slalom trainiert. Mit so viel Training kann es nur bergauf gehen", verriet sie schmunzelnd.

Mit Stefanie Moser auf Rang 17, Anna Fenninger auf 19, Andrea Fischbacher auf 20 und Nicole Schmidhofer auf 22 landeten vier weiter ÖSV-Läuferinnen in den Punkterängen. Fenninger war durch eine Erkrankung gehandicapt, die Salzburgerin hütete am Freitag mit einer Blasenentzündung das Bett. Sie packte gleich nach der Abfahrt ihre Tasche und reiste nach Hause, wird auf die Super-Kombi am Sonntag verzichten.

Maze könnte bereits Sonntag Weltcup holen
Mit großen Zielen wird Maze an den Start gehen, die große Kugel könnte ihr nach der Super-Kombi bereits fix gehören. "Mein Fokus liegt auf dem Rennen, dann kommt eh alles von selbst", sagte die Gewinnerin von drei WM-Medaillen in Schladming. Dem knapp verpassten Podest in der Abfahrt trauerte sie nicht lange nach. "Es war ein enges Rennen und ich war oben nicht so schnell. Der vierte Platz ist auch gut. Für mich ist wichtig, dass ich so konstant bin."

Nachdem WM-Bronzemedaillengewinnerin Höfl-Riesch mit Startnummer 20 Bestzeit gefahren war, hatte sie sich aber noch lange nicht als Siegerin gefühlt. Und nach der Fahrt von Ruiz Castillo, die mit 28 kam und in Führung ging, zitterte Höfl-Riesch bis zur 30 und damit Sterz um ihren zweiten Platz. "Ich habe Regina noch auf der Rechnung gehabt, sie ist dann auch sehr nahe gekommen. Es ist besser, man freut sich nicht zu früh, ich bin auch schon oft eines Besseren belehrt worden", meinte die Deutsche. In Anbetracht, wie die Saison verlaufen und wie selten sie auf dem Podium gewesen sei, sei sie sehr zufrieden. "Vielleicht kann ich die Saison noch mit ein paar guten Ergebnissen abschließen."

Halbes ÖSV-Kombi-Team ist krank
Österreich geht ersatzgeschwächt in die Super-Kombination am Sonntag. Neben der abgereisten Fenninger fehlt auch Kathrin Zettel, die die Reise nach Frankreich überhaupt nicht mitgemacht hatte. Einerseits hat die Niederösterreicherin bei der WM viel Substanz verloren, andererseits laboriert auch sie an einer Erkältung. Wie die WM-Kombi-Dritte Nicole Hosp und Michaela Kirchgasser, die den Samstag in Meribel teils fiebrig im Bett verbrachten. "Ich hoffe, dass sie an den Start gehen können", sagte ÖSV-Damen-Cheftrainer Herbert Mandl. Mit Platz fünf von Sterz in der Abfahrt war er zufrieden. "Ein Podium wäre möglich gewesen, aber gut Ding braucht Weile", weiß er.

Das Ergebnis:

Rang Name Nation Zeit
1 RUIZ CASTILLO Carolina SPA 1:42.56 Min.
2 HÖFL-RIESCH Maria GER 1:42.76
3 MARCHAND-ARVIER Marie FRA 1:42.77
4 MAZE Tina SLO 1:42.84
5 STERZ Regina AUT 1:42.91
6 KAMER Nadja SUI 1:43.18
7 WEIRATHER Tina LIE 1:43.21
8 MERIGHETTI Daniela ITA 1:43.31
9 GÖRGL Elisabeth AUT 1:43.32
10 ROLLAND Marion FRA 1:43.36
11 AUFDENBLATTEN Fränzi SUI 1:43.42
12 GUT Lara SUI 1:43.44
13 MANCUSO Julia USA 1:43.46
14 SUTER Fabienne SUI 1:43.50
14 MCKENNIS Alice USA 1:43.50
14 SEJERSTED Lotte Smiseth NOR 1:43.50
17 MOSER Stefanie AUT 1:43.54
18 SMITH Leanne USA 1:43.63
19 FENNINGER Anna AUT 1:43.64
20 FISCHBACHER Andrea AUT 1:43.68
21 BORSOTTI Camilla ITA 1:43.70
22 SCHMIDHOFER Nicole AUT 1:43.73
23 REBENSBURG Viktoria GER 1:43.74
24 KAUFMANN-ABDERHALDEN Marianne SUI 1:43.92
25 STUHEC Ilka SLO 1:44.08
26 MIKLOS Edit HUN 1:44.19
27 COOK Stacey USA 1:44.26
28 AGERER Lisa Magdalena ITA 1:44.49
29 STUFFER Verena ITA 1:44.53
30 FANCHINI Elena ITA 1:44.54
Weiter:
41 ALTACHER Margret AUT 1:45.55
44 TIPPLER Tamara AUT 1:46.10

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