Di, 21. November 2017

Keine Kontrollen?

19.02.2013 15:41

Protest gegen größten Pferdemarkt Polens

In Polen hat am Montag und Dienstag der größte Pferdemarkt des Landes stattgefunden. Auf der zweitägigen Veranstaltung im zentralpolnischen Skaryszew wurden etwa 300 Tiere zum Kauf angeboten - meist wird noch traditionell gefeilscht und der Kauf mit Handschlag besiegelt. Tierschützer kämpfen seit Jahren gegen diesen Markt, sie prangern vor allem die "miserablen Transportbedingungen" quer durch Europa an.

Während ein Teil der gehandelten Tiere weiterhin in der Landwirtschaft eingesetzt wird, kaufen vor allem italienische Händler in Skaryszew seit Jahren Pferde, die zur Schlachtung vorgesehen sind. Die etwa 300 Vierbeiner werden im Anschluss an die Veranstaltung quer durch Europa nach Italien, Frankreich und andere Länder transportiert.

"Tiere mit offenen Brüchen im Schlamm"
Tierschützer hatten in der Vergangenheit wiederholt miserable Transportbedingungen der verkauften Pferde angeprangert und kämpfen seit Jahren gegen den Markt. Eine Augenzeugin berichtet vom Vorjahr: "Man kann sich das alles gar nicht vorstellen. Blutlachen auf dem Boden, Tiere stehen mit offenen Brüchen im Schlamm, der nächste Tierarzt ist 25 Kilometer entfernt, keine Kennzeichnungen der Tiere, kein gar nichts! Nur das Schreien und Wiehern der Pferde und die Angst in ihren Augen."

Tierschützer bemängeln fehlende Kontrollen
Was Tierschützer aber vor allem bemängeln: "Da war kein einziger Experte der EU, keine Kontrolle, alles illegal. Der Gipfel war schließlich ein Lkw, der im Anschluss des Marktes einen Unfall hatte. Viele Pferde starben dabei, jene, die verletzt überlebt haben, sollen weiter nach Italien transportiert worden sein." Dabei sollen nach Meldungen der polnische Nachrichtenagentur PAP in diesem Jahr Inspektoren der Veterinärbehörde und Polizisten auf dem Markt unterwegs gewesen sein - nicht nur wegen des europäischen Pferdefleischskandals.

Protestaktion via E-Mail
Tierschützer in Polen haben eine Protestaktion organisiert, um den Bürgermeister von Skaryszew davon zu überzeugen, den Pferdemarkt im nächsten Jahr nicht mehr abzuhalten: "Schickt dem Bürgermeister eine Mail an burmistrz@skaryszew.pl mit diesen zwei Sätzen: 'STOP SKARYSZEW – Pieklo polskich koni!'", fordern sie auf. Das bedeutet auf Deutsch: "Stoppt Skaryszew - die Hölle der polnischen Pferde!"

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