Mo, 11. Dezember 2017

Haltefäden reißen

18.02.2013 14:14

Ozean-Erwärmung löst Muscheln vom Meeresgrund

Die vom Klimawandel verursachte Erwärmung der Ozeane macht es für Muscheln deutlich schwerer, sich am Meeresgrund festzuhalten. Je wärmer das Wasser wird, desto weicher werden nach Forscherangaben die faserigen Fäden, mit denen Muscheln sich beispielsweise an Steine oder andere Muscheln klammern, berichten US-Forscher.

"Wenn die Meerestemperaturen steigen, neigen diese Fäden eher zum Reißen - und die Muschel fällt ab", sagte die US-Biologin Emily Carrington am Samstag beim Jahreskongress des US-Wissenschaftsverbands AAAS in Boston.

Normalerweise seien die Fäden so stark, dass man sie als "die Bungee-Seile der Natur" bezeichnen könne, erläuterte die an der University of Washington in Seattle forschende Carrington. Sogar Wellen, die mit dem Druck eines fast 1.000 Kilometer pro Stunde fliegenden Düsenjets über die Muscheln hinwegrollen, würden die Fäden der Weichtiere problemlos aushalten.

Fäden werden weicher
Steigt allerdings die Wassertemperatur um rund sieben Grad Celsius, werden die Fäden um rund 60 Prozent weicher, wie Carrington und ihr Team herausgefunden haben. Das kann weitreichende Folgen haben: "Muscheln sind wichtige Tierarten in steinigen Gezeitenbereichen", sagte Carrington. "Wenn sie sich loslösen, dann ist auch der Lebensraum unzähliger anderer Organismen verloren."

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