Mo, 20. November 2017

Nach 3 Jahren Pause

15.02.2013 14:24

Rocker Excuse Me Moses liefern neues Album ab

Das Wiener Rockkollektiv Excuse Me Moses meldet sich nach mehr als drei Jahren mit dem neuen Album "III" zurück. Nach einer Amadeus-Award-Nominierung, zahlreichen Auftritten bei großen Festivals und viel Radio-Airplay wollen sich die Wiener wieder auf das Wesentliche besinnen - geradeheraus zu rocken.

"Was lange gärt, wird endlich Wut", schreit einem der Promozettel zur neuen Excuse-Me-Moses-Scheibe "III" entgegen. Das verspricht im Vorfeld so manches: aggressiven Gesang, shreddernde Gitarren und ein wuchtiges Rhythmusschlagzeug. Ganz so vorpreschend ist das 13 Songs starke Album im Endeffekt aber nicht geworden, denn das heimische Quartett ist nach mehr als drei Jahren Albumpause hörbar gereift. Das bedeutet, dass man aus der Mischung "Mainstream-Rock trifft auf Alternative-Einflüsse" Zweiteres fast komplett aus dem Kontext gestrichen hat. Excuse Me Moses klingen 2013 nämlich sehr glattgebügelt, gut produziert und irgendwie angepasst.

Massenhaft Songmaterial
40 Songs haben Sänger Michael Paukner und Co. in den letzten Jahren verfasst, aufgrund der stilistischen Unterschiedlichkeiten haben es nur acht davon auf "III" geschafft. Die restlichen fünf wurden dann noch mal neu dazu komponiert. Als oberste Maxime wurde größtmögliche Perfektion ausgegeben – Excuse Me Moses wollten so wenig wie möglich dem Zufall überlassen.

Das Resultat zielt somit knapp am eigentlichen Wunsch der Band vorbei, nämlich einfach geradeaus zu rocken. Gut, die ersten Songs "Lost In You", "Don't Try Just Do It" oder auch "Last Breath" treten schon anständig auf das Gaspedal, aber dazwischen schummelt sich mit dem elegischen "Wrong", dem Quasi-Nickelback-Cover "Hello Again" oder dem gemächlichen "Don't Give Up" so manch kraftlose (Halb-)Ballade in das Gesamtprodukt.

Gut beim Gas geben
Das heißt aber keinesfalls, dass "III" eine schlechte Scheibe geworden ist, nur klingen Excuse Me Moses immer dann am besten, wenn sie mal richtig die Sau rauslassen. Gute Beispiele dafür sind das ungewohnt überharte "Break Me Down", das mit einem hübschen Punk-Rock-Touch versehene "Till The End" oder das eingängige "All Inside Yourself". Ein besonderes Zuckerl ist etwa das abschließende "What If It's Happening", das mit einer unwiderstehlich relaxten Atmosphäre punkten kann.

Lyrisch propagieren die Wiener Eigenverantwortung und Selbstständigkeit. Eben so, wie sie es als Band schon seit Jahren vorleben. Excuse Me Moses haben mit "III" zwar nicht das Rockmonster erschaffen, das sie gerne kreiert hätten, bekommen aber verdienten Sonderapplaus für die eigenständige Herangehensweise. Zudem wurden vor allem die Gitarrenspuren von Branchenkenner Oliver Pinelli (Unheilig, In Extremo, Ben Becker etc.) hervorragend in den Vordergrund gestellt, sodass das akustische Klangvergnügen über alle Zweifel erhaben ist. "III" ist schlussendlich eine kräftige Portion Rock, der es aber ein wenig an der Bad-Guy-Attitüde fehlt.

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