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13.02.2013 11:03

Kanadier "drucken" jetzt ein Auto mit dem 3D-Drucker

Das kanadische Unternehmen Kor Ecologic hat einen spritsparenden Hybridwagen für zwei Insassen angekündigt, in dem sowohl ein Verbrennungsmotor als auch zwei Elektromotoren ihren Dienst verrichten. Die Besonderheit: Die Einzelteile für das Fahrzeug stammen aus dem 3D-Drucker. Sowohl die Karosserie als auch die Innenausstattung des Urbee, so der Name des Autos, werden von 3D-Druckdienstleister Redeye gefertigt.

3D-Drucker müssen nicht zwangsläufig von Waffennarren (siehe Infobox) missbraucht werden, sondern können auch für sinnvolle Projekte genutzt werden. Das zeigt der kanadische Ingenieur Jim Kor, der mit seiner Firma Kor Ecologic an einem extrem sparsamen Hybridauto arbeitet. Die Einzelteile des dreirädrigen Autos sollen aus dem 3D-Drucker kommen. Einen funktionsfähigen Prototypen (siehe Video) hat Kor bereits gedruckt, wie die US-Zeitung "St. Paul Pioneer Press" berichtet.

Bei dem etwas mehr als ein Jahr alten Prototyp stammt zwar "nur" die Karosserie aus dem 3D-Drucker, bei den nächsten Exemplaren soll jedoch auch das Interieur gedruckt werden. Das Auto nennt Kor Urbee – eine Abkürzung für Urban Electric. Das Vehikel hat zwei Elektromotoren und einen konventionellen Verbrennungsmotor, der mit Ethanol läuft. Der integrierte Akku kann sowohl an einer Steckdose als auch über ein Solarmodul aufgeladen werden.

Autoteile werden von Druck-Dienstleister gefertigt
Der 3D-Druck großer Autoteile lässt sich dabei natürlich nicht mit kleinen 3D-Druckern für den Hausgebrauch bewerkstelligen. Deshalb hat Kor sich an die Firma Redeye On Demand gewandt, ein Tochterunternehmen des 3D-Druckerherstellers Stratasys. Das Unternehmen fertigt die Autoteile im Auftrag von Kor Ecologic mit einem 3D-Drucker des Typs Fortus 900mc, berichtet die Zeitung.

Derzeit wird in der Redeye-Fabrik der zweite Urbee gedruckt, bei dem im Gegensatz zum ersten Prototyp auch die Innenausstattung bereits aus dem Drucker stammen soll. Die Fertigungsmethode hat Vorteile, weil perfekt auf den angedachten Einsatzzweck abgestimmte Einzelteile hergestellt werden können.

2.500 Druck-Stunden für den Bau eines einzigen Autos
Allerdings erwächst Kor durch den 3D-Druck des Autos auch ein Nachteil: Die Fertigung dauert extrem lang. Rund 2.500 Stunden soll es dauern, bis alle für den Bau eines Urbee nötigen Teile gedruckt sind.

Urbee sei allerdings auch der bisher größte Auftrag, den Redeye als Druckdienstleister betreut hat, heißt es in dem Bericht. Ein Redeye-Manager meint, dass man künftig eigene 3D-Druckfabriken für Autoteile bauen könnte, wo die fertig gedruckten Teile automatisch über ein Förderband zur Montage gelangen. In einer solchen auf Autos spezialisierten Fabrik wäre der Fertigungsaufwand schon überschaubarer.

Kor will mit einer Tankfüllung von San Francisco nach New York
Wie lange es noch dauert, bis der Urbee Serienreife erlangt, ist derzeit noch unklar. Allerdings gibt Kor an, dass bereits 14 Vorbestellungen bei ihm eingelangt seien – obwohl noch gar keine endgültigen Preise für das Fahrzeug bekannt sind.

Um seine Schöpfung selbst noch einmal auf Herz und Nieren zu testen, plant er eine Reise durch die USA von Küste zu Küste. Dabei will er die Strecke zwischen San Francisco und New York mit nur einer 40 Liter fassenden Tankfüllung bewältigen. Die Route ist rund 4.700 Kilometer lang.

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