Do, 23. November 2017

WM-Königsdisziplin

09.02.2013 12:14

Abfahrts-“Blech“ für Klaus Kröll, Gold für Aksel Lund Svindal

Die Königsdisziplin der Ski-WM in Schladming, die Abfahrt der Herren, ist am Samstag vor 30.000 Zuschauern mit einer Enttäuschung für die ÖSV-Asse zu Ende gegangen. Klaus Kröll (im Bild) fuhr als bester Österreicher auf den vierten Platz, der steirische Lokalmatador verpasste das Podest um 0,38 Sekunden. Den Sieg holte sich Aksel Lund Svindal, der bei leichtem Schneefall mit einem wilden und beinahe fehlerfreien Ritt über die höchst anspruchsvolle Planai in 2:01,32 Minuten zur Goldmedaille brauste. Silber ging an den Südtiroler Dominik Paris, Bronze an den Franzosen David Poisson.

Unglücklich agierten auch die übrigen ÖSV-Starter: Mitfavorit Hannes Reichelt schied aus, Matthias Mayer wurde 13., der wegen einer Meniskuszerrung angeschlagene Max Franz kam nicht unter die Top 20.

Kröll war von seiner Leistung bitter entäuscht: "Ich bin klarerweise total unzufrieden, denn keiner will bei einer WM Vierter werden. Der Druck war enorm, ich habe gleich die erste Kurve verhaut, unten ist mir dann auch noch die Kraft ausgegangen. Ich habe mich völlig verschätzt." Unsere Ski-Herren bleiben somit weiter seit 2003, seit dem Sieg Michael Walchofers in St. Moritz, ohne Speed-WM-Gold.

Svindal auf den Spuren der ganz Großen
Ganz anders klang natürlich Weltmeister Svindal, dessen erstes Statement beim Siegerinterview lautete: "Ich weiß nicht, was ich besser hätte machen können. Die Stimmung hier ist super, das muss man ausnutzen, denn so oft erlebt man so etwas nicht." Der Norweger zählt nun zu den fünf erfolgreichsten Medaillensammlern bei Ski-Weltmeisterschaften. Der 30-Jährige hält nun bei fünf Gold-, einer Silber- und zwei Bronzemedaillen. Erfolgreicher als Svindal waren nur Toni Sailer, Jean-Claude Killy, Kjetil Andre Aamodt sowie Gustav Thöni.

Dominik Paris sieht seine Silbermedaille als "Genugtuung für all die Arbeit, die ich da reingesteckt habe". Auf seinem Lauf sei ihm nicht alles gelungen, mit einer Medaille habe er deshalb nicht gerechnet. Bronzemedaillengewinner Poissons Kommentar lautete: "Ich bin sehr stolz auf meinen Lauf, es war aber auch mental sehr anstrengend. Die zweite WM-Medaille für Frankreich - das zeigt, wie stark unser Team ist."

Mayer als zweitbester Östereicher 13.
Mayer, der erst im Freitagstraining das letzte ÖSV-Ticket für die Abfahrt gelöst hatte, ging mit Startnummer drei als erster Österreicher ins Rennen. Der Kärntner blieb aber leider nicht fehlerfrei, kam einmal sogar mehrere Meter von der Linie ab und musste sich letztendlich mit dem 13. Platz begnügen. "Ich wollte zu viel. Das hohe Risiko hat sich nicht ausgezahlt, es war ein knallhartes Rennen", lautete Mayers Resümee.

Angeschlagener Max Franz nur 23.
Franz musste sich mit einem Handicap ins Rennen stürzen. Der 23-Jährige zog sich bei einem "Verschneider" im verkürzten dritten Abfahrtstraining am Samstagmorgen eine Meniskuszerrung im rechten Knie zu. Franz, der nun zehn Tage pausieren muss, konnte deshalb nicht mit den Spitzenläufern mithalten und wurde 23.. "Dieses Missgeschick mit der Verletzung ist sehr schade. Ich habe mich so auf diesen Tag gefreut. Das tut weh", fasste Franz zusammen, bevor er sich zur näheren Untersuchung ins Krankenhaus begab.

Reichelt beinahe gestürzt
Noch schlechter erging es Reichelt, der als einer der Gold-Anwärter in die Abfahrt ging. Der Salzburger kam bei einem Sprung fast zu Sturz und verpasste dadurch das nächste Tor. Reichelt: "Ich habe mir mit der Sicht sehr schwer getan und eine Welle übersehen. Vielleicht sollte ich mal zum Augenarzt gehen."

Unter den 30.000 Zuschauern tummelten sich auch unzählige Prominente - unter ihnen auch Hollywood-Star Kevin Costner, Neo-Politiker Frank Stronach sowie Bundespräsident Heinz Fischer. Von Prinz Albert II. von Monaco, Wladimir Putin oder Gerard Depardieu war jedoch nichts zu sehen. Enthusiastisch zeigte sich Bundespräsident Fischer, der stehend die rot-weiß-rote Flagge schwang.

Außerdem unter den Zuschauern zu finden waren neben anderen der Schweizer Bundespräsident Ueli Maurer, sein tschechischer Amtskollege Vaclav Klaus und Bundeskanzler Werner Faymann sowie die Ski-Legenden Karl Schranz, Franz Klammer und Harti Weirather.

Die Top 30 der Abfahrt

Rang Name Nation Zeit
1 SVINDAL Aksel Lund NOR 2:01.32
2 PARIS Dominik ITA 2:01.78
3 POISSON David FRA 2:02.29
4 KRÖLL Klaus AUT 2:02.67
5 ROMAR Andreas FIN 2:02.68
6 ZURBRIGGEN Silvan SUI 2:02.69
7 KÜNG Patrick SUI 2:02.86
8 DEFAGO Didier SUI 2:02.91
9 HUDEC Jan CAN 2:02.99
10 THEAUX Adrien FRA 2:03.03
11 SPORN Andrej SLO 2:03.08
12 FILL Peter ITA 2:03.18
13 MAYER Matthias AUT 2:03.27
14 INNERHOFER Christof ITA 2:03.40
15 ROGER Brice FRA 2:03.46
16 HEEL Werner ITA 2:03.50
17 THOMSEN Benjamin CAN 2:03.54
18 OSBORNE-PARADIS Manuel CAN 2:03.58
19 JANKA Carlo SUI 2:03.91
20 KOSTELIC Ivica CRO 2:04.18
21 FAYED Guillermo FRA 2:04.39
22 WEIBRECHT Andrew USA 2:04.57
23 FRANZ Max AUT 2:04.59
24 KEPPLER Stephan GER 2:05.00
25 NYMAN Steven USA 2:05.11
26 HEDIN Douglas SWE 2:05.25
27 BANK Ondrej CZE 2:05.68
28 GLEBOV Alexander RUS 2:05.73
29 KOSI Klemen SLO 2:06.27
30 ESTEVE Kevin AND 2:06.90

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