Mi, 22. November 2017

Haus in Luft gejagt

05.02.2013 17:18

„Wollte niemanden töten, ich wollte mir das Leben nehmen“

Der nach der Explosion eines Einfamilienhauses im oberösterreichischen Fraham festgenommene 49-Jährige ist am Dienstag erstmals einvernommen worden. Er bestreitet, dass er seine 45-jährige Lebensgefährtin töten wollte. Vielmehr habe er wegen der Trennung Selbstmord verüben wollen.

Die Detonation hatte sich am vergangenen Donnerstag gegen 1 Uhr früh ereignet (siehe Infobox). Die 45-jährige Lebensgefährtin wurde durch den Knall aufgeschreckt und konnte sich unverletzt aus dem Gebäude retten. Der 49-Jährige erlitt hingegen schwere Verletzungen. Er wurde verwirrt einen Kilometer weit vom Haus entfernt aufgefunden und ins Linzer Spital gebracht.

Gegen den Mann wurde noch am selben Tag ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des versuchten Mordes bzw. der Brandstiftung eingeleitet. Er könnte das Gebäude in die Luft gejagt haben, weil die Frau sich von ihm trennen wollte, lautete das mutmaßliche Motiv. Am Freitag verhängte das Landesgericht die U-Haft über den 49-Jährigen.

Wegen trister Lage Selbstmordversuch unternommen
Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes konnte der Verdächtige erst am Dienstag zu den Vorwürfen befragt werden. Dabei gab er laut der Staatsanwaltschaft Wels an, wegen seiner tristen Lage - seine Lebensgefährtin habe ihn aus dem Haus geworfen - einen Selbstmordversuch unternommen zu haben.

Dazu habe der 49-Jährige, nachdem er reichlich Alkohol und Medikamenten zu sich genommen hatte, eine Gasflasche geöffnet, um einen Erstickungstod herbeizuführen. Dann ende seine Erinnerung, zur Explosion könne er keine Angaben machen. Seine Lebensgefährtin habe er jedoch nicht töten wollen, so der 49-Jährige. Er habe gehört, dass sie das Haus verlassen habe, eine Rückkehr habe er bis zum Ende seiner Erinnerung nicht bemerkt.

Explosion verursachte 350.000 Euro Schaden
Die Staatsanwaltschaft will diese Angaben auf ihren Wahrheitsgehalt untersuchen. Entscheidend dabei sei das in Auftrag gegebene Gutachten des Brandsachverständigen. Wann es vorliegt, war am Dienstag noch nicht absehbar.

Das Gebäude wurde bei der Explosion völlig zerstört, der Schaden wird auf 350.000 Euro geschätzt. Auch ein Nachbarhaus wurde bei der Detonation in Mitleidenschaft gezogen.

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