Mo, 20. November 2017

Der Druck wächst

04.02.2013 12:10

iPhone-Hersteller Foxconn bekommt endlich Betriebsrat

Der taiwanesische Auftragsfertiger Foxconn hat angekündigt, in seinen chinesischen Fabriken erstmals Betriebsratswahlen zu gestatten. Bisher waren die Arbeitnehmervertreter von der Unternehmensführung und Lokalpolitikern bestimmt worden, nun soll zum ersten Mal das Millionenheer der Foxconn-Arbeiter selbst zu den Urnen schreiten. Das Unternehmen reagiert damit auf wachsenden Druck, die Arbeitsbedingungen in seinen Werken zu verbessern.

Foxconn war zuletzt auch durch seinen Großkunden Apple zunehmend unter Druck gesetzt worden, die in den vergangenen Jahren vielfach kritisierten Arbeitsbedingungen in seinen Werken endlich zu verbessern. Der Auftragsfertiger, der neben Apple auch noch zahlreiche andere Größen der Elektronikbranche beliefert, hatte es in den vergangenen Jahren unter anderem durch eine Selbstmordserie und Kinderarbeit (siehe Infobox) in seinen Werken zu traurigem Ruhm gebracht.

Nach zahlreichen Beteuerungen, die vorherrschenden Arbeitsbedingungen verbessern zu wollen, scheint sich nun tatsächlich etwas zu bewegen. Die Ankündigung, die rund eine Million Mitarbeiter, die das Unternehmen allein in China beschäftigt, einen Betriebsrat wählen zu lassen, sei für chinesische Verhältnisse eine absolute Neuheit, berichtet die Wirtschaftszeitung "Financial Times".

Gewerkschaften normalerweise von Firma und Staat bestimmt
Üblicherweise werden Arbeitnehmervertreter im Reich der Mitte nämlich von Politik und Unternehmensführung bestimmt – und sind dementsprechend zahnlos. Künftig dürfen die Foxconn-Mitarbeiter in China aber alle fünf Jahre selbst einen Betriebsratsvorsitzenden und ein zwanzigköpfiges Komitee mittels geheimer Wahl bestimmen. Außerdem seien bis zu 18.000 Arbeitnehmer-Komitees geplant, die in den Werken vor Ort über die Arbeitsbedingungen wachen.

Mit ein Grund für die Betriebsratswahlen sei der Zeitung zufolge auch das Bemühen von Apple-Chef Tim Cook, für bessere Arbeitsbedingungen in den Fabriken des größten Apple-Zulieferers zu sorgen. Apple sei auch der einzige Elektronikkonzern, der Mitglied in der Organisation "Fair Labor Association" ist. Die Organisation führt unter anderem Untersuchungen zu den Arbeitsbedingungen in Chinas Fabriken vor Ort durch.

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