Mi, 18. Oktober 2017

Exhibitionismus 2.0

28.01.2013 12:19

Twitters Video-App „Vine“ hat ein Porno-Problem

Der Internet-Kurznachrichtendienst Twitter hat vor wenigen Tagen eine App für Apples iPhone vom Stapel gelassen, mit der User kurze Videoclips aufnehmen und mit der Online-Gemeinde teilen können. Allerdings zeichnet sich schon jetzt ein Problem für Twitters Video-Tool "Vine" ab: exhibitionistische User, welche die App zur Verbreitung anstößiger Inhalte nutzen. Unter den zahlreichen Sechs-Sekunden-Clips, die es über Vine zu bestaunen gibt, finden sich neben harmlosen Katzenvideos Werke mit Porno-Ausschnitten und Geschlechtsteilen.

Zwar droht bei der Verbreitung von nicht jugendfreiem Material über Vine die Sperrung des eigenen Accounts, das hält einige Exhibitionisten jedoch offenbar nicht davon ab, anstößige Videos von sich selbst oder Ausschnitte aus Pornos über Twitters neues Video-Tool zu verbreiten. Wie "CNET" berichtet, seien Nutzer der Video-App bei der Suche nach Hash-Tags wie #sex oder #porn bereits auf mehrere Videos gestoßen, die eindeutig pornografisches Material zeigen.

Nutzer können anstößige Videos melden
Zwar verbieten die Nutzungsbedingungen von Vine nicht explizit das Hochladen pornografischen Materials, Twitter mahnt die Vine-Gemeinde darin jedoch, nur Inhalte zu posten, die man guten Gewissens mit der Vine-Gemeinde teilen könne. Man sei für jegliche Inhalte und daraus resultierende Konsequenzen selbst verantwortlich, heißt es in den Nutzungsbedingungen weiter.

Die Benutzer der Video-App können Videos, die sie als anstößig erachten, jederzeit melden. Gehen zu einem Video genug Meldungen ein, versieht Twitter das Video zu Beginn mit einer Warnung und der Clip startet erst, nachdem der User bestätigt hat, ihn wirklich sehen zu wollen. Außerdem entferne man Videos, die gemeldet werden und gegen die Nutzungsrichtlinien verstoßen, und sperre die User, die derlei Content posten, so ein Twitter-Sprecher gegenüber der IT-Website.

Drohen Vine Konsequenzen im App Store?
Vine wird derzeit nur über Apples App Store vertrieben. Apple ist bekannt für eine Nulltoleranzpolitik gegenüber pornographischen Inhalten. So wurde erst kürzlich die App des Foto-Netzwerkes 500px aus dem App Store verbannt, weil über die Anwendung Aktaufnahmen angesehen werden konnten. Es ist denkbar, dass Vine ein ähnliches Schicksal droht, falls die Betreiber die Porno-Problematik nicht in den Griff bekommen.

Freilich ist nur ein kleiner Teil der über Vine verbreiteten Videos pornographischer Natur. Tatsächlich werden teils amüsante, teils sinnfreie Videos aus dem Alltag der Nutzer gepostet. Das Portfolio reicht von witzigen Katzenvideos über Clips, die den Genuss des morgendlichen Kaffees zeigen, bis hin zu Babyvideos, die frischgebackene Eltern ins Netz stellen.

Eine Website lässt übrigens auch jene Menschen an der steten Flut an Vine-Videos teilhaben, die kein Apple-Gerät ihr Eigen nennen. "Vinepeek" sucht auf Vine nach neuen, öffentlich zugänglichen Videos und konfrontiert den Nutzer der Website damit. Die Auswahl der gezeigten Videos geschieht zufällig und reichte bei einem krone.at-Besuch von Katzenfilmen über Hardware-Videos von Bastlern bis hin zu Clips aus dem Schulunterricht. Pornografische Videos wurden keine gezeigt.

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