Sa, 25. November 2017

Metzelt wie eh und je

25.01.2013 13:58

Dante überzeugt in „DmC“ mit neuer Frisur und Action

Schwarze Kurzhaarfrisur statt wallender weißer Mähne: Der neue Dante aus "DmC" hat mit dem alten - zumindest optisch - nicht mehr viel gemein. Für den inzwischen fünften Teil der "Devil May Cry"-Saga verabschiedete sich Capcom vom gewohnten Look des Protagonisten. Der Aufschrei war entsprechend groß, doch Fans können beruhigt aufatmen: An Coolness und Schlagkräftigkeit hat der neue Dante nichts eingebüßt.

2001 trat Dante erstmals in Erscheinung, zwölf Jahre später war es für Capcom offenbar an der Zeit für einen Neuanfang. Der Publisher wird allerdings nicht müde zu betonen, dass alles oder zumindest vieles beim Alten geblieben ist: "Die Darstellung Dantes früher Lebensjahre in einer modernen Umgebung in 'DmC: Devil May Cry' wird die gleiche stilvolle Action, den flüssigen Kampfstil und den gewohnt selbstsicheren Hauptdarsteller zeigen, die bereits die früheren Teile dieser Kultserie so geprägt haben – doch mit einer neuen, brutaleren Note", versprechen die Japaner in einer Pressemitteilung.

Und tatsächlich: Bereits nach wenigen Minuten wird klar, dass sich das Spielgefühl – neue Frisur hin oder her – nicht von dem älterer "Devil May Cry"-Titel unterscheidet. Auch Dantes rotzfreche Attitüde ist den Fans erhalten geblieben. Der neue Dante mag vielleicht anders aussehen, womit die Entwickler von Ninja Theory ("Heavenly Sword", "Enslaved: Odyssey to the West") in einer kurzen Perücken-Szene übrigens kokettieren, doch er kann noch immer verdammt cool und vor allem böse sein.

Himmlisch dämonisch
Grund dazu hat er in "DmC" genug, denn Dämonen haben es nicht nur auf ihn abgesehen, sondern noch dazu die gesamte Welt korrumpiert. Doch es formiert sich Widerstand in Gestalt einer Organisation namens "Der Orden", die von Dantes Zwillingsbruder Vergil angeführt wird. Gemeinsam macht sich das Brüderpaar daran, das Böse in die Schranken zu weisen – dafür muss Dante allerdings zunächst dem Geheimnis seiner Herkunft auf den Grund gehen. Der Gute ist nämlich das Kind eines Dämons und eines Engels.

Diese gespaltene Persönlichkeit beeinflusst direkt das Spielgeschehen, indem Dante nach Belieben auf Engels- und Dämonenfähigkeiten zugreifen und sein bereits bekanntes Schwert "Rebellion" augenblicklich verwandeln kann, was sowohl auf den Kampf als auch auf die Bewegung Einfluss hat. So lässt es sich mit der dämonischen "Arbiter"-Axt zwar nur sehr gemächlich zuschlagen, dafür eignet sich die Waffe hervorragend, um gegnerische Schilde zu durchbrechen. Das himmlische Gegenstück, eine Sichel namens "Osiris", ist hingegen die bevorzugte Wahl, wenn es große Gegnermassen mit schnellen Angriffen unter Kontrolle zu halten gilt.

Der "Arbiter" erlaubt es Dante außerdem, entfernte Objekte und Dämonen aller Art, insbesondere fliegende oder jene mit Schild, mittels Greifhaken heranzuziehen bzw. zu entwaffen. "Osiris" fungiert hingegen zusätzlich wie eine Peitsche, mit der Dante – entsprechende Vorrichtungen vorausgesetzt – beispielsweise über Abgründe schwingen kann. Hinzu gesellen sich, neben anderen Waffenupgrades, noch die beiden bereits bekannten Schießeisen: "Ebony" und "Ivory".

Wer schnetzelt am stylishsten?
Der nahtlose Wechsel zwischen den verschiedenen Waffengattungen zu immer atemberaubenderen Angriffen ist es dann auch, der den großen Reiz an "DmC" ausmacht. Zunächst muss sich Dante allerdings mit einigen wenigen Hieben und Attacken zufrieden geben. Mit steigender Erfahrung lassen sich jedoch bald nicht nur diverse körperliche Attribute verbessern, sondern auch neue Kombos erlernen, wodurch die Kämpfe schnell an Fahrt gewinnen – auch in optischer Hinsicht.

Wie so oft gilt auch für "DmC", dass die Steuerung einfach zu erlernen, aber nur schwer zu meistern ist, wie die abschließenden Bewertungen und die Vergabe der bekannten Stylepunkte am Ende eines jeden Levels beweisen. Entwickler Ninja Theory hat jedoch vorgesorgt und Anfängern einen eigenen Trainingsmodus spendiert. Profis können sich indes über zwei zusätzlich freischaltbare Schwierigkeitsgrade sowie optionale Herausforderungen nach dem Muster "Töte sämtliche Feinde in x Sekunden" freuen.

Viel zu gucken
Neben der rasanten Action und dem butterweichen Gameplay lebt "DmC" von der großartigen optischen Inszenierung. Insbesondere der Limbo, jene Zwischenwelt, in der sich menschliche Schauplätze und Dämonen-Ebene überlagen, weiß mit teils fantastischen Aus- und Ansichten zu begeistern. Mitunter fühlt man sich als Spieler von der Opulenz schon fast erschlagen. Kommen dann noch Dämonenscharen hinzu, kann es schnell unübersichtlich werden, zumal auch die Kamera nicht immer den richtigen Blickwinkel erwischt.

Trotz geballter gegnerischer Übermacht bleiben die Konfrontationen jedoch stets fair. Schon eher an den Kämpfen zu knabbern hatte im Test die PS3, die zu viel Action auf dem Bildschirm des Öfteren mit Einbrüchen in der Framerate quittierte. Auch so manche Textur lud trotz vorheriger Installation auf der Festplatte für das Auge nur allmählich nach, was dem Spielspaß unterm Strich allerdings keinen Abbruch tat.

Lärmender Soundtrack
Abschließend unbedingt noch erwähnt sei der Soundtrack, für den die beiden Kombos Noisia und Combichrist verantwortlich zeichnen. Das Ergebnis, ein Mix aus elektronischen und hartrockigen Klängen, kann sich hören lassen: Satte Bässe, lärmende Gitarren und reichlich Getöse sorgen für die richtige Klangkulisse zur dämonischen Schnetzelei.

Fazit: "DmC" erfindet das Gameplay-Rad sicher nicht neu, und auch in Sachen Story wäre etwas mehr Tiefgang durchaus wünschenswert gewesen. Die Action jedoch stimmt wie gehabt - und die wurde nicht nur optisch imposant inszeniert, sondern auch technisch exzellent umgesetzt: Sowohl die mittels Motion-Capture-Technologie festgehaltenen Animationen als auch der Wechsel zwischen den Waffen im Kampf ist absolut flüssig. Die Steuerung geht dabei stets leicht von der Hand, sodass Amateure wie Profis, egal ob Fan oder Neueinsteiger, gleichermaßen auf ihre Kosten kommen.

Plattform: PS3 (getestet), Xbox, PC
Publisher: Capcom
krone.at-Wertung: 8/10

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