Do, 23. November 2017

Mehr neue Fälle

23.01.2013 07:00

Anzahl der Lepra-Kranken weltweit wieder gestiegen

Weltweit sind wieder mehr Menschen an der tückischen Infektionskrankheit Lepra erkrankt. Wie die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe am Dienstag in Würzburg mitteilte, ist die Zahl der Neuerkrankungen im Jahr 2011 ersten Schätzungen zufolge auf mehr als 230.000 angestiegen.

Im Jahr zuvor waren es noch rund 2.000 weniger. In Indien und Brasilien werden demnach die meisten Lepra-Neuerkrankungen registriert. In Europa ist die seit der Antike bekannte Geisel, die schon in frühen Schriften aus Indien, der Bibel und Aufzeichnungen aus dem Mittelalter erwähnt wird, seit fast hundert Jahren ausgerottet.

Erreger lässt Nervenzellen absterben
Erkrankten Personen sterben die Nerven ab, Arterien und Venen verstopfen durch eine Verdickung des Blutes. Dadurch verlieren die Betroffenen meist das Gefühl für Kälte, Wärme und auch Schmerz, verletzen sich so oft unbemerkt und infizieren sich über die Wunden an lebensgefährlichen Krankheiten wie z.B. Tetanus. Daher rührt auch die noch immer weit verbreitete und falsche Vorstellung, dass Lepra zu einem "Abfallen" von Armen, Händen, Nasen oder Ohren führt.

Vor allem die Ärmsten der Armen betroffen
Zur Behandlung der durch das Mycobacterium leprae hervorgerufenen und durch Tröpfcheninfektion übertragenen Krankheit gibt es wirksame Medikamente, die in allen Ländern verfügbar sind. Eines der Probleme ist allerdings die lange Inkubationszeit, die laut Weltgesundheitsorganisation WHO bis zu fünf Jahre beträgt. Dem größten Erkrankungsrisiko sind Menschen in Randgesellschaften ausgesetzt, "oft die Ärmsten der Armen", so die WHO.

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