Do, 14. Dezember 2017

In über 2 km Tiefe

21.01.2013 13:27

Marssonde findet in Krater Hinweis auf Grundwasser-See

Daten, die die NASA-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" zur Erde gefunkt hat, haben neue Hinweise darauf geliefert, dass es auf dem Roten Planeten einst Wasser gegeben haben muss. Das zeige der Fund von Karbonaten und Tonmineralien am Grunde eines über zwei Kilometer tiefen Kraters, berichtet die US-Weltraumbehörde NASA.

Die Daten kommen von einem Spektrometer namens CRISM (die Abkürzung steht für Compact Reconnaissance Imaging Spectrometer for Mars) an Bord des "Mars Reconnaissance Orbiter" (Bild 2), mit dem die komplette Marsoberfläche nach Vorkommen von unterschiedlichen Mineralien gescannt wird. Dafür verfügt das Gerät über 544 verschiedene Spektralkanäle, mit denen gezielt nach bestimmten Mineralien (vor allem nach solchen, die bei Kontakt mit Wasser entstehen können) gesucht wird.

Einst Grundwassersee in Krater
In Schichtgestein am Grund des 2,2 Kilometer tiefen McLaughlin-Kraters wurden Wissenschaftler um Joseph Michalski vom Planetary Science Institute in Tucson (Arizona) nun fündig, sie entdeckten mithilfe des CRISM Karbonate und Tonmineralien (in Bild 1 mit weißen Pfeilen markiert). Für die Forscher ein klarer Hinweis darauf, dass es in dem Krater, der einen Durchmesser von 92 Kilometern hat, dereinst einen Grundwassersee gab, dessen Wasser mit dem Gesteinsuntergrund reagierte.

Es deute alles darauf hin, dass der Krater einen möglicherweise lebensfreundlichen See beherbergt habe, in dem sich die Karbonate und Tonmineralen gebildet hätten, und dass diese nicht von außerhalb in den Krater gespült wurden, schreibt Michalski in einem am Sonntag im Fachjournal "Nature Geoscience" veröffentlichten Artikel.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Spekulationen über Art und Größe von Wasservorkommen auf dem Mars, dessen Durchmesser mit knapp 6.800 Kilometern nur etwa halb so groß wie der unserer Erde ist. Im südlichen Hochland des Roten Planeten hatten Raumsonden bereits früher Veränderungen von Felsmineralien durch Wasser ausgemacht.

Sonde kreist seit 2006 um den Mars
Der rund zwei Tonnen "Mars Reconnaissance Orbiter" kreist seit 2006 in einer stark elliptischen Umlaufbahn in einer Entfernung von 322 Kilometer bis 56.330 Kilometer um den Roten Planeten. An Bord der Sonde befinden sich sechs wissenschaftliche Instrumente, darunter eine besonders hochauflösende Kamera namens HiRISE, von der auch das Bild stammt.

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