So, 19. November 2017

Salzburg-Skandal

21.01.2013 13:22

Brenner-Nachfolger Maltschnig ist „kein Wunderwuzzi“

Der frühere Bürgermeister von Zell am See, Georg Maltschnig, wird David Brenner am kommenden Mittwoch als Finanzlandesrat für Salzburg nachfolgen. Der 61-Jährige wird diese Funktion aber nur bis zur Angelobung einer neuen Landesregierung ausüben, teilte am Montag Landeshauptfrau Gabi Burgstaller mit. Maltschnig sagte, dass er trotz Wirtschaftsstudiums und Bank-Erfahrung kein Experte für Risikogeschäfte und auch "kein Wunderwuzzi" sei, daher werde er sich Unterstützung durch Experten holen.

"Ich habe keinerlei politischen Ambitionen mehr und gehöre sicher einer zukünftigen Regierung nicht an", so Maltschnig, der sich 2008 eigentlich schon endgültig aus der Politik zurückziehen wollte. Er wisse auch, dass dies für die kommenden Monate "keinen besonderen Gewinn an Lebensqualität" bedeute. Er übernehme die Aufgabe aber aus Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Für die Zeit in der Landespolitik wird der 61-Jährige in seinem Brotberuf - er ist geschäftsführender Direktor der Wohnbaugenossenschaft Bergland - karenziert.

Bezüglich seiner neuen Aufgabe als Landesrat sagte Maltschnig, dass das Ziel sei, sich innerhalb der nächsten 18 Monate vollständig aus allen riskanten Veranlagungen zurückzuziehen. "Wir dürfen keine Zeit verlieren, die Risiken müssen raschestmöglich abgebaut werden."

Maltschnig will dabei weiter auf das Wissen der Mitarbeiter von Ithuba Capital AG und PriceWaterhouseCoopers zurückgreifen, weil diese bereits in die Sache eingearbeitet seien. Als Koordinator wird laut Burgstaller höchstwahrscheinlich der Linzer Universitätsprofessors Meinhard Lukas geholt. Dieser habe bereits zugesagt, einzig die Zustimmung der ÖVP stehe noch aus.

Maltschnig hält sich aus Wahlkampf heraus
Maltschnig wird von Brenner nur das Finanzressort übernehmen. Die Kulturagenden wird vorübergehend die Landeshauptfrau betreuen, das Sportressort kommt ins politische Portfolio von Sozial- und Gesundheitslandesrat Walter Steidl. Steidl soll außerdem zum Landeshauptmann-Stellvertreter aufrücken. "Ich werde ihn vorschlagen, auch als Signal für die Zukunft", so Burgstaller. Der Kurzzeit-Landesrat kündigte an, sich auch vollkommen aus dem Wahlkampf herauszuhalten. "Wenn die Abarbeitung durch den Wahlkampf überlagert wird, kann das der Sache nicht gut tun." Er könne nur versprechen, sich einzubringen und sein Bestes zu versuchen. "Ich hoffe, dass es gelingen wird."

Zustimmung von ÖVP und FPÖ, Grüne warten ab
Der Salzburger ÖVP-Chef Wilfried Haslauer signalisierte in einer ersten Reaktion Zustimmung für Maltschnig, machte aber keinen Hehl daraus, dass ihm ein unabhängiger Experte lieber gewesen wäre. "Das Wichtigste ist aber jetzt, die Handlungsfähigkeit des Landes zu erhalten. Jetzt darf es keinen Parteienstreit geben. Gerade für Formalakte bedarf es eines Finanzlandesrats."

Aus demselben Grund wird auch die FPÖ für den SPÖ-Vorschlag stimmen. "Jede Verzögerung kann Schaden für das Land bedeuten. Jetzt heißt es rasch zu reagieren, in diesem Sinne stimmen wir Maltschnig als Finanzlandesrat zu", so FPÖ-Chef Karl Schnell. Die Grünen wollten sich noch nicht festlegen, ob sie Maltschnig unterstützen.

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