Sa, 25. November 2017

Selbstfahrend

08.01.2013 10:49

Roboterautos laut Bosch frühestens in zehn Jahren

Zurücklehnen und die Landschaft genießen, davon träumt so mancher staugeplagte Autofahrer. Doch bis zur Verwirklichung dieses Traums durch computergesteuerte Autos dürften noch einige Jahre vergehen. Nach Einschätzung des deutschen Technologiekonzerns Bosch werden Roboterautos erst in einem Jahrzehnt im Regelbetrieb auf öffentlichen Straßen fahren. "Wir bewegen uns in diese Richtung in einzelnen Schritten", sagte der nordamerikanische Bosch-Manager Scott Winchip am Montag anlässlich der Eröffnung der Elektronikmesse CES in Las Vegas.

"Im kommenden Jahr kommen Autos mit einer angepassten Geschwindigkeitsregelanlage auf den Markt, mit denen die Wagen in einem Stau automatisch bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h fahren können", sagte Winchip. Für höhere Geschwindigkeiten in computergesteuerten Autos fehlten aber noch für mindestens zehn Jahre die notwendigen Voraussetzungen.

In diesem Zeitraum müsse an der Standardisierung der Kommunikationsprotokolle für den Datenaustausch zwischen den fahrenden Wagen sowie an Sicherheitsfeatures gearbeitet werden. Außerdem sei für einen Regelbetrieb eine kritische Masse von modernen Autos notwendig, die untereinander kommunizieren können. "Wir gehen davon aus, dass man mindestens zehn Prozent vernetzter Autos auf den Straßen benötigt."

Google als Pionier
Die Vision eines autonom fahrenden Fahrzeugs wird in der Öffentlichkeit vor allem von den Google-Gründern Sergey Brin und Larry Page vorangetrieben. In den USA sind computergesteuerte Autos von Google bereits rund eine halbe Million Kilometer unfallfrei auf öffentlichen Straßen gefahren.

Google stützt sich bei dem Projekt vor allem auf die Forschungsergebnisse des deutschstämmigen Wissenschaftlers Sebastian Thrun. Unter seiner Leitung gewann ein Team der Stanford University im Jahr 2005 mit dem Fahrzeug "Stanley" auf Basis eines Volkswagen Touareg die DARPA Grand Challenge - ein von der Technologieabteilung des US-Verteidigungsministeriums geförderter Wettbewerb für unbemannte Landfahrzeuge.

Toyota will Fahrer nicht entmündigen
Computergesteuerte Autos sollen nach einem Konzept des japanischen Autobauers Toyota dem Fahrer aber nicht die Arbeit oder den Spaß am Fahren nehmen, sondern vor allem bei der Vermeidung von Unfällen helfen.

Auf der CES stellte Toyota den Prototypen eines "Active Security Car" (Bild) vor, der auf einem Lexus LS aufsetzt. Äußerlich erinnert das Fahrzeug mit seinen angebauten Sensoren an das selbstfahrende Auto von Google. Bei Toyota steht jedoch vor allem die Absenkung von Unfallzahlen mit den damit verbundenen Verkehrstoten und Verletzen im Vordergrund.

Computer soll menschlichen Fahrer ergänzen
Die eingesetzten Komponenten könnten im Prinzip zur Entwicklung eines Fahrzeugs führen, das sich vollständig autonom bewegt. "Unsere Vision ist aber nicht notwendigerweise ein selbstständig fahrendes Auto", sagte Toyota-Manager Mark Templin. "In unserem Ansatz der Entwicklung für fortgeschrittene Automationstechnologien spielt die umfassende Beteiligung des Fahrers eine zentrale Rolle." Der Computer verhalte sich dabei wie ein intelligenter und aufmerksamer Beifahrer, der die Fähigkeiten des menschlichen Wesens am Lenkrad ergänze.

In dem Forschungsfahrzeug kommt unter anderem ein 360-Grad-Radar auf dem Dach des Autos zum Einsatz, das Gegenstände bis zu einer Entfernung von 70 Metern erkennen kann. Drei hochauflösende Farbkameras können Objekte bis zu einer Entfernung von 150 Metern wahrnehmen, darunter auch Ampeln und ihre Farben. Außerdem verfügt das Fahrzeug über weitere Radarsensoren an der Front und an den Seiten, die den Nahbereich rund um das Auto im Blick haben.

Wann die Entwicklungen des Forschungsfahrzeugs in Serienprodukte bei Toyota oder Lexus einfließen werden, konnte Templin nicht sagen.

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