So, 17. Dezember 2017

Sprachförderung

07.01.2013 16:29

Schmied-Konzept: Drei Jahre Zeit für zwei Klassen

In Wien sollen künftig nur Kinder mit ausreichenden Deutschkenntnissen am normalen Unterricht teilnehmen dürfen. Nun legt Bildungsministerin Claudia Schmied ihr Konzept vor: Demnach sollen Schüler mit Sprachproblemen drei Jahre in den ersten zwei Klassen sitzen.

Das Wiener Modell - eigene Vorschulklassen für Kinder mit Sprachdefiziten - sei gesetzeskonform und begrüßenswert, so Ministerin Schmied, die diese Form der Sprachförderung bisher als "Ghettoklassen" bezeichnet und stets abgelehnt hatte. Nun heißt es: "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung." Das Konzept werde von Experten des Ministeriums weiterentwickelt.

Schmied gegen "Kinder zweiter Klasse"
Und erstmals skizziert die SPÖ-Ministerin die Eckpunkte ihres Vorschlags: Demnach sollen Kinder weiterhin mit sechs Jahren in die Schule gehen, auch bei Förderbedarf soll ihnen der Schuleintritt nicht verwehrt werden. Allerdings soll die Absolvierung der ersten beiden Klassen drei Jahre dauern dürfen - inklusive einer gezielten Sprachförderung, eventuell auch in externen Kursen außerhalb der Klasse.

"Die Förderung muss in der Schule passieren, wir wollen keine Kinder zweiter Klasse produzieren", betont Schmied. Weiters fordert sie den massiven Ausbau der Mittel für die Sprachförderung der Quereinsteiger sowie ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für alle.

Kurz drückt aufs Tempo
Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) drückt nun aufs Tempo: "In der Sache muss endlich etwas weitergehen. Unser Schulsystem muss im 21. Jahrhundert ankommen." Die geplanten Pilotversuche mit Intensiv-Deutschkursen seien durch den Wiener Weg bereits überholt. Kurz: "Nun muss das Gesetz angepasst werden." Anders als Unterrichtsministerin Schmied fordert er Deutsch als Kriterium für die Schulreife.

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