Fr, 24. November 2017

An nur einem Tag

04.01.2013 15:41

Wieder Hunderte Tote bei grausamen Kämpfen in Syrien

Die Vororte der syrischen Hauptstadt Damaskus werden immer mehr zur Todeszone. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete am Freitag, alleine am Vortag seien in Syrien insgesamt mehr als 210 Menschen getötet worden, davon 60 im Großraum Damaskus. In der Nacht starben nach Angaben von Aktivisten zudem elf Menschen, als eine Autobombe neben einer Tankstelle detonierte (Bild). Unter den Opfern waren laut Beobachtungsstelle auch Kinder.

In dem Stadtbezirk Masakin Birse, in dem die Autobombe hochging, wohnen zahlreiche Mitglieder der alawitischen Minderheit. Zu dieser religiösen Gruppe gehört auch Präsident Bashar al-Assad. In einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Sana war von einem "terroristischen Bombenanschlag" die Rede.

Syrische Regierungstruppen führten indes nach Angaben von Aktivisten am Freitag eine breit angelegte Offensive gegen mehrere Ortschaften in der Nähe von Damaskus. Kampfjets hätten Duma nordöstlich der syrischen Hauptstadt bombardiert, während die Artillerie Daraya südwestlich von Damaskus beschossen habe, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Die Armee versuche, Daraya aus den Händen von Rebellen zurückzuerobern. Die staatsnahe Zeitung "Al-Watan" berichtete, die regierungstreuen Truppen hätten inzwischen "den Sieg" gegen "Terroristen" in Daraya davongetragen. Dabei seien zahlreiche Kämpfer der jihadistischen Al-Nosra-Front getötet worden.

Angeblich weitere Assad-Offiziere geflüchtet
Am Freitag sollen erneut ranghohe Offiziere mit ihren Familien in die Türkei geflüchtet sein. Unter den 68 Menschen seien zwei Generäle und 13 Oberste, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi. Inzwischen sollen sich mehr als 50 syrische Generäle in der Türkei befinden.

Der Libanon rief die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung bei der Versorgung der Flüchtlinge auf. Das Kabinett teilte mit, es wolle die Arabische Liga und internationale Organisationen zu einem Dringlichkeitstreffen auffordern, um ihnen die Lage der Flüchtlinge zu erklären. Laut UNO sind bereits rund 125.000 Syrer in den Libanon geflohen, die Behörden in Beirut sprechen von 200.000 Flüchtlingen.

Erdogan "zum Krieg bereit"
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan warnte das Regime in Damaskus erneut vor Angriffen auf die Türkei. Ankara habe alle Anstrengungen für den Erhalt des Friedens in der Region unternommen und werde dies fortsetzen, obwohl die Bemühungen oft der schwerere Weg seien, zitierten türkische Medien Erdogan am Freitag. "Jederzeit sind wir mit allen unseren Möglichkeiten zum Krieg bereit", warnte Erdogan demnach am späten Donnerstagabend bei einer Konferenz türkischer Botschafter in Ankara. Aus Syrien sind in den vergangenen Monaten wiederholt Granaten in der Türkei eingeschlagen. Die türkische Armee reagierte mit Artilleriefeuer.

Der pakistanische UNO-Botschafter Masood Khan gab am Donnerstag in New York bekannt, dass in der kommenden Woche ein Treffen des UNO-Syrien-Sondergesandten Lakhdar Brahimi mit Vertretern der USA und Russlands stattfinden könnte. "Brahimi spricht mit Moskau, Washington und Damaskus, um den Weg für einen diplomatischen Durchbruch freizumachen", sagte Khan. Die Situation in Syrien sei weiterhin von höchster Priorität für den Sicherheitsrat. Russland gilt als einer der letzten Verbündeten Assads.

Deutschland und "Partner" gegen NATO-Einsatz
Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle sprach sich erneut gegen ein Eingreifen der NATO in Syrien aus. "Ich wende mich strikt gegen Spekulationen über eine militärische Intervention der NATO", sagte Westerwelle der Zeitung "Die Welt" vom Freitag. "Ich weiß mich dabei in bester Gesellschaft unserer Partner", fügte er hinzu.

In Syrien kämpfen seit März 2011 Assads Soldaten und bewaffnete Aufständische gegeneinander. In dem Konflikt kamen nach UNO-Angaben bislang mehr als 60.000 Menschen ums Leben.

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