So, 19. November 2017

Steuerflüchtling

03.01.2013 12:33

Putin macht Gerard Depardieu zum Russen

Der französische Schauspieler Gerard Depardieu (64, "Cyrano de Bergerac", "Asterix und Obelix") ist nun Russe. Präsident Wladimir Putin (60) verlieh seinem "Freund" mit einem Dekret die russische Staatsbürgerschaft, wie der Kreml am Donnerstag mitteilte. Der Formulierung der Erklärung nach hat der 63-jährige Filmstar die Staatsbürgerschaft selbst beantragt. Ein Sprecher Depardieus lehnte eine Stellungnahme ab.

Depardieu hatte sich zuvor über hohe Steuern für Reiche in Frankreich beschwert und seinen Wohnsitz nach Belgien verlegt. Daraufhin bot ihm Putin bei einer großen Pressekonferenz am 20. Dezember halb im Scherz einen russischen Pass an. Auch Regierungschef Dmitri Medwedew lockte den Star mit dem niedrigen russischen Steuersatz von nur 13 Prozent.

"In Übereinstimmung mit Absatz a des Artikels 89 der Verfassung der Russischen Föderation ist der Antrag auf russische Staatsbürgerschaft von Gerard Xavier Depardieu, geboren 1948 in Frankreich, angenommen worden", lautete der kurze Text, den der Kreml auf seiner Internetseite veröffentlichte. "Ein Witz wird Realität", titelte das russische Internetportal newsru.com daraufhin und schrieb: "Präsident Wladimir Putin hat den Russen einen neuen herausragenden Staatsbürger geschenkt."

Depardieu hatte bald nach Putins Angebot gesagt, der Kremlchef habe ihm bereits einen russischen Pass geschickt. Doch Putins Sprecher Dmitri Peskow wies das als Scherz zurück.

Bürgermeister im Asterix-Kostüm
Unterdessen überbrachte der Bürgermeister des belgischen Dorfes, in dem der Obelix-Darsteller jüngst ein Haus gekauft hat, seiner Gemeinde die diesjährigen Neujahrsgrüße im Asterix-Kostüm. Dank Depardieu könnten "Millionen Franzosen nun Estaimpuis auf einer Karte" lokalisieren, freute sich der mit Helm und Schnurrbart verkleidete sozialistische Bürgermeister Daniel Senesael in einem dreiminütigen Videoclip, der auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht wurde.

Der französische Verfassungsrat hatte die auch von Depardieu kritisierte Reichensteuer von jährlich 75 Prozent auf Einkommen von mehr als einer Million Euro noch kurzfristig gestoppt. Dennoch hielt der Schauspieler an seinen Auswanderungsplänen fest.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden