Mi, 22. November 2017

Nach Geheimtreffen

23.12.2012 11:12

NÖ: Frank Stronach fordert Erwin Pröll heraus

Nach letzten Geheimtreffen ist nun klar: Frank Stronach tritt am 3. März bei der Landtagswahl in Niederösterreich gegen Erwin Pröll an (beide im Archivbild bei der Eröffnung des Magna Racino im Jahr 2004). Schafft die Partei des Austro-Kanadiers die 5%-Hürde, könnte das die ÖVP die absolute Mehrheit kosten. Laut Team Stronach sei die ÖVP nervös – und habe ein "Angebot" unterbreitet.

Nur 70 Tage bleiben der neuen Partei des Milliardärs noch für die Vorbereitungen zur niederösterreichischen Landtagswahl. Robert Lugar, der Klubobmann von Team Stronach, gibt sich im Gespräch mit der "Krone" trotzdem optimistisch: "Frank Stronach will immer die ganz großen Herausforderungen, das ist seine Grundeinstellung."

"ÖVP soll unsere Arbeit doch als Hilfestellung sehen"
Und Lugar erklärt, warum der Austro-Kanadier auch als Spitzenkandidat in die Niederösterreich-Wahl geht: "Hier bietet sich eben eine gute Gelegenheit, seine Wirtschaftskompetenz zu zeigen – wo doch das Land so große Probleme mit seinen Wohnbau-Geldern hat. Da soll ja bereits eine Milliarde versickert sein. Ja: Die ÖVP soll unsere Arbeit doch als Hilfestellung in schweren Zeiten sehen."

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Stronach: "Kandidatur keine Kampfansage an Pröll"
Den Job des Landeshauptmanns möchte Stronach allerdings nicht übernehmen: "Ich werde mich als Spitzenkandidat voll engagieren, aber nicht in den Landtag einziehen. Mein großes Ziel bleibt nach wie vor die Bundesebene", hieß es von Parteigründer Frank Stronach in einer Aussendung.

Sein Antreten in Niederösterreich will er aber "nicht als Kampfansage gegen Erwin Pröll verstanden wissen". "Wir können nur gemeinsam etwas bewegen, wenn wir das Land wieder auf einen guten Kurs bringen wollen. Ich biete Erwin Pröll meine volle Unterstützung in wirtschaftlichen Fragen an. Wenn man sich die ganzen Malversationen in Niederösterreich ansieht, dann sieht man eindeutig, dass hier der dringendste Handlungsbedarf besteht."

Ebenfalls fix im Team ist Ernst Gabmann junior, Sohn des früheren ÖVP-Wirtschaftslandesrates. Ob Karin Prokop, Tochter der früheren Innenministerin Liese Prokop, antreten wird, stehe noch nicht fest, hieß es am Abend. "Es hat zuletzt sehr viele Anfeindungen aus den Reihen der ÖVP gegen Karin gegeben. Wir wollen sie etwas aus der Schusslinie nehmen", so Lugar in der Aussendung. Allerdings hatte der Klubobmann Prokop zuvor als fix präsentiert: "Wir bauen deshalb ein gutes Team auf. Karin Prokop und Ernest Gabmann jun. zählen dazu", sagte er im "Krone"-Gespräch.

Kam unmoralisches Angebot von ÖVP?
Für Pröll erhöht sich mit dem Team Stronach das Risiko, dass die ÖVP am 3. März unter 51% rutscht. "Die ÖVP zittert offenbar um ihre absolute Mehrheit. Deshalb erhielten wir am Freitag auch eine sehr seltsame Botschaft", berichtet Lugar. Aus dem "Umfeld des Landeshauptmanns" sei folgendes Angebot gekommen: "Verzichtet das Team Stronach auf eine Teilnahme an der Landtagswahl, dann werde man bei der Nationalratswahl im Herbst, 'sicher nicht aus allen Rohren' gegen Frank Stronach schießen. Wir lehnten das natürlich ab." Bei der Niederösterreich-Wahl erwartet sich das Team Stronach zwischen 7 und 10%.

"In Kanada residieren, aber in Niederösterreich kandidieren"
Kritik an den Plänen gab es postwendend von der ÖVP. "Das ist typisch für den Herrn Stronach - in Kanada residieren, aber in Niederösterreich kandidieren wollen", reagierte Landesgeschäftsführer Gerhard Karner für die mit absoluter Mehrheit regierende ÖVP. "Das lässt tief blicken und in Wahrheit nichts Gutes erwarten. Denn im täglichen Leben ist Stronach nie da, wie er auch selbst sagt. Und wer nie da ist, ist auch für die niederösterreichische Bevölkerung nie da." Die Kandidatur Stronachs entspringe "einem tiefen Wunsch der SPÖ-Führung, die über unterschiedlichste Kanäle interveniert hat, um ihn zur Kandidatur zu bewegen", so Karner.

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