Di, 21. November 2017

Kate-Telefonscherz

15.12.2012 17:53

Trauerfeier für tote Schwester in Westminster

Nach dem Selbstmord der Krankenschwester Jacintha Saldanha, die einen Scherzanruf im Krankenhaus mit der schwangeren Kate weitergeleitet hatte, haben Angehörige und Freunde in London Abschied von ihr genommen. "Wir sind am Ende unserer Kräfte, da ist eine unfüllbare Leere in unserem Leben", sagten Saldanhas Kinder am Samstag in der Westminster-Kathedrale. Das Krankenhaus verteidigte derweil sein Verhalten gegenüber seiner Angestellten.

Saldanha hatte sich vor gut einer Woche erhängt. Sie war auf einen Scherzanruf des australischen Radiosenders 2DayFM in ihrem Krankenhaus hereingefallen war. Die 46-Jährige hatte dabei versehentlich mit dafür gesorgt, dass die Moderatoren Auskünfte über den Zustand der schwangeren Kate erhielten.

"Du hast unermüdlich gearbeitet, um uns alles zu geben, was wir heute haben", sagten die 14-jährige Lisha und der 16-jährige Junal in einer gemeinsamen Ansprache. Auch Saldanhas Ehemann Benedict Barboza ergriff das Wort. "Du warst mein Licht in der Dunkelheit. Du hast mir immer den Weg nach vorn gewiesen", sagte er. "Ich werde unser 19-jähriges Zusammensein, das geprägt war von einer starken Verbindung aus Zuneigung und Verständnis, für immer in Ehren halten." Der 49-Jährige bedankte sich für die Unterstützung nach dem Suizid seiner Frau, unter anderem bei Prinz William und Kate "für ihren tröstenden Zuspruch".

Saldanha soll nach Angaben eines Verwandten demnächst in ihrer Heimatstadt Shirva im Südwesten Indiens beerdigt werden. Sie war im König-Edward-VII.-Krankenhaus ans Telefon gegangen, wo Kate wegen Schwangerschaftsbeschwerden behandelt wurde. Am anderen Ende der Leitung gaben sich zwei australische Moderatoren als Königin Elizabeth II. und Prinz Charles aus. Sie erkundigten sich nach dem Zustand der Schwangeren. Saldanha stellte den Anruf zu einer Kollegin durch. Drei Tage später wurde Saldanha erhängt im Schwesternheim gefunden.

Krankenhaus wehrt sich gegen Vorwürfe
Die Leitung des König-Edward-VII.-Krankenhauses wehrte sich derweil gegen Vorwürfe, die Saldanha Medienberichten zufolge in einem ihrer drei Abschiedsbriefe gegen sie erhoben haben soll. Die Klinikleitung habe der 46-Jährigen wiederholt versichert, dass ihr keinerlei Konsequenzen drohten, dass sie das Opfer eines "grausamen" Streichs sei, schrieb Klinikchef John Lofthouse dem indischstämmigen Abgeordneten Keith Vaz, der die Hinterbliebenen vertritt. Zudem habe sein Haus der Mitarbeiterin Hilfe angeboten.

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