Di, 12. Dezember 2017

'Katz-und-Maus-Spiel'

13.12.2012 22:20

Zehn Jahre Haft für 37-Jährigen nach zwei Banküberfällen

Ein 37-jähriger Rumäne ist am Donnerstagnachmittag in Wiener Neustadt wegen zweifachen schweren Raubes zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann soll 2005 Banken im niederösterreichischen Leobersdorf und in Klagenfurt überfallen und mehr als 350.000 Euro erbeutet haben. Mit dem Geld soll er in seiner Heimat ein Bauunternehmen gegründet haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Es war ein Katz-und-Maus-Spiel", das der Rumäne mit der österreichischen Justiz geführt habe, umschrieb der Staatsanwalt die Tatsache, dass es siebeneinhalb Jahre gedauert hat, bis die Banküberfälle jetzt gerichtlich geahndet werden konnten. Denn der Angeklagte schwieg von Anfang an zu den ihm angelasteten Banküberfällen. Bereits zu Prozessbeginn im Spätsommer verantwortete sich der Rumäne mit den lapidaren Worten: "Ich war es nicht." Letztlich waren es DNA-Spuren, die zu seiner Verurteilung führten.

Es ist eine abenteuerliche Indizienkette, die dem Rumänen zum Verhängnis werden sollte - denn erkannt hatte den Bankräuber keiner der Überfallenen, da der Täter stets maskiert war. Die Coups liefen stets nach derselben Masche ab: In der Nacht brach der Mann in die Bankfilialen ein und überraschte die Angestellten in der Früh, wenn sie an ihren Arbeitsplätzen erschienen. Er ließ sich die Tresore aufschließen, das Geld aushändigen, fesselte die Mitarbeiter und flüchtete.

Mütze, Handy und Auto überführten Angeklagten
Aber dann fand man in Klagenfurt eine Wollmütze - eine, wie sie der Täter als Maske übergezogen hatte und konnte darauf die DNA-Spuren des angeklagten Rumänen feststellen. Zudem entdeckte die Polizei in einem in Villach verunfallten Wagen - dessen Lenker geflüchtet war - ein Handy, das zum Zeitpunkt des Banküberfalls in Leobersdorf benutzt worden war.

Zuletzt stellte sich heraus, dass eben dieser Wagen eine Woche zuvor in St. Gallen in der Schweiz gestohlen worden war, wo zum selben Zeitpunkt ebenfalls ein Bankraub stattgefunden hatte - der Täter konnte nach dem Überfall unerkannt flüchten. Allerdings wurde in der Nähe des Geldinstituts nicht nur die Beute, sondern auch ein Ausweis mit dem Foto des Angeklagten von der Polizei gefunden.

"Sie tauchen überall dort auf, wo Überfälle begangen werden. Es wäre also der zufälligste Zufall aller Zufälle, wenn Sie nicht der Täter von Leobersdorf und Klagenfurt wären", begründete die Richterin die Verurteilung. "Der Richtersenat ist vollkommen überzeugt, dass Sie es waren."

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