Fr, 24. November 2017

Bildungsstudien

11.12.2012 17:26

Claudia Schmied: „Methodisch bereits in der Oberliga“

Bei den Volksschul-Vergleichsstudien PIRLS und TIMSS sowie bei den Bildungsstandards für Mathematik haben Österreichs Schüler eher schlecht abgeschnitten (siehe Infobox). Für Bildungsministerin Claudia Schmied zeigen die Tests allerdings nicht nur Negatives, wie sie am Dienstag bei der Präsentation der Bildungsstandard-Ergebnisse sagte. Allein mit der Durchführung solcher Tests habe sich Österreich "methodisch in die Oberliga der OECD katapultiert". Bei den Ergebnissen werde sich unser Land hingegen erst in fünf bis zehn Jahren in der "Oberliga" befinden.

Bezüglich PIRLS und TIMSS erklärte die Unterrichtsministerin, es sei "natürlich betrüblich", dass bei der Lesekompetenz noch keine Verbesserung erkennbar sei. Angesichts steigender Anteile von Volksschülern, in deren Familien nicht Deutsch gesprochen wird, müsse Österreich vor allem bei der Sprachförderung zulegen. Aber auch an den Volksschulen hofft sie auf Verbesserung durch die Bildungsstandards, die dort 2013 in Mathematik und 2014 in Deutsch erstmals abgefragt werden. "Hier werden große Entwicklungsprozesse in Gang gesetzt."

Angesichts der Ergebnisse der Bildungsstandards in Mathematik gebe es jedenfalls genug zu tun: Der "Reality Check" an allen Schulen habe klar die Problemfelder wie städtische Ballungsräume, geringer Bildungsstand der Eltern oder Migrationshintergrund aufgezeigt. "Das sind die Barrieren, die es mit gezielter Schulentwicklung zu überwinden gilt." Österreich müsse vor allem die Gruppe jener 17 Prozent der Schüler verringern, die die Standards diesmal nicht erreicht haben. "Das öffentliche Bildungssystem muss es schaffen, alle Schüler mindestens auf Kompetenzstufe 1 zu bringen, um ihnen Entwicklungsperspektiven zu ermöglichen."

Ergebnisse sollen genau evaluiert werden
Die Unterrichtsministerin will dabei vor allem auf Maßnahmen wie Sprachförderung in Kindergarten und Volksschule, spezielle Unterstützung von Lehrern an Schulen mit besonders großen Herausforderungen, ganztägige Betreuung, die Reform der Polytechnischen Schulen und der Lehrerausbildung setzen. Es sollen jene Standorte, die wesentlich besser oder schlechter als erwartbar abgeschnitten haben, speziell angeschaut werden und Schulaufsicht und Pädagogische Hochschulen bei der Lehrerfortbildung auf eventuelle Mankos reagieren.

Mit den Bildungsstandards solle die Schulentwicklung ins Zentrum gerückt werden. "Die Standards sind kein Marketinginstrument und kein Instrument für Rankings", betonte die Ministerin, wiewohl sie wisse, dass sie dennoch für beides genutzt werden. Auch Günter Haider, Direktor des für die Testungen verantwortlichen Bundesinstituts für Bildungsforschung, hob die Rolle der Ergebnisse für die Schulen hervor. "Wir hoffen darauf, dass die Ergebnisse in die Verbesserung der Qualität vor Ort fließen."

"Kein Rückschluss auf Neue Mittelschulen möglich"
Dass die Neue Mittelschule in den Berichten nicht als eigene Schulform, sondern unter den Hauptschulen ausgewiesen wird, verteidigten Schmied und Haider. Aus jenen 67 Standorten, die sich freiwillig für den Umstieg auf diese Schulform entschieden haben, "einen Rückschluss zu ziehen, wie gut das System funktioniert, halte ich nicht für seriös", so der Bifie-Direktor.

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