Mi, 22. November 2017

ifes-Umfrage

04.12.2012 19:53

Klare Meinung: 71 Prozent der Jungen für Profi-Heer

Eindeutiges Ergebnis einer IFES-Umfrage unter 1.108 Österreichern im Alter von 16 bis 30 Jahren: Nur 20 Prozent sind demnach für eine Beibehaltung der Wehrpflicht, sieben Prozent wollen das Bundesheer ganz abschaffen. 71 Prozent der Jungen sprechen sich klar für ein Berufsheer aus. Sie sehen in einer Reform nur Vorteile. Scharfe Kritik an der Koalition wegen der Wehrpflicht-Volksbefragung übte indessen am Dienstag Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel.

Die neue Umfrage zeigt eine deutliche Trendumkehr: Laut den IFES-Meinungsforschern ist sehr wohl eine breite Bevölkerungsschicht klar für eine Modernisierung des Bundesheeres zu einem Profi-Heer. Auch die Übernahme von Aufgaben durch ein neues Berufsheer wurde bewertet. Die jungen Österreicher sind der Ansicht, dass eine Profi-Truppe sowohl die militärische Landesverteidigung als auch Einsätze nach Naturkatastrophen deutlich besser als die aktuelle Wehrpflichtigen-Armee erfüllen kann. Gleichzeitig erwarten sich die Jungen mit einer Reform der Armee zu einem Berufsheer eine Qualitätssteigerung bei der Grenzsicherung und den Auslandseinsätzen.

Wohl keine Info-Broschüre der Regierung
Bei den beiden Regierungsparteien zeigt sich indessen einmal mehr, wie verhärtet die Fronten beim Thema Heeresreform sind. Ein bundesweites "Abstimmungsbüchlein" mit Informationen zur Wehrpflicht-Volksbefragung, wie es das Land Salzburg aufgelegt hat, dürfte es nicht geben - denn SPÖ und ÖVP können sich nicht auf den Inhalt einer möglichen Broschüre einigen.

Faymann gegen "Materialschlacht"
Bundeskanzler Werner Faymann sprach sich am Dienstag nach dem Ministerrat gegen eine "Materialschlacht" seitens der Bundesregierung aus. Die Parteien würden ihre Positionen ohnehin darstellen. Möglich sei zwar eine via Internet verbreitete Info-Broschüre der Bundesregierung, er könne aber nicht voraussehen, ob sich SPÖ und ÖVP darauf inhaltlich einigen könnten, meinte Faymann.

Spindelegger: "Ein bissl spät"
Vizekanzler Michael Spindelegger verwies wiederum darauf, dass sich die SP-Minister Norbert Darabos und Rudolf Hundstorfer im Oktober gegen ein "Abstimmungsbüchlein" ausgesprochen hatten. "Ich bin gesprächsbereit, aber auf mich ist noch niemand zugekommen", sagte Spindelegger in Richtung SPÖ. Die Salzburger Broschüre einfach österreichweit zu verteilen, halte er nicht für sinnvoll, weil darin ja auch regionale Spezifika enthalten seien. Und, ergänzte er: "Ein bissl spät ist es schon, weil wir sind drei Wochen vor Weihnachten."

Schüssel: Wehrpflicht-Volksbefragung "absurd"
Hart ins Gericht ging Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel mit der aktuellen Regierung wegen der Wehrpflicht-Volksbefragung. Es sei "absurd und fast beschämend", über eine innenpolitische Streitfrage, die man auch so klären könnte, eine Volksbefragung anzusetzen, so Schüssel am Rande einer Buchpräsentation in Wien.

Außerdem erinnerte er daran, dass man auch im Jahr 2000 schon den Umstieg auf ein Berufsheer geprüft und wieder verworfen habe. Grund dafür sei damals die Einschätzung gewesen, dass ein Berufsheer ohne gleichzeitige Integration in ein Verteidigungsbündnis doppelt so teuer käme wie das aktuelle Mischsystem aus Berufs- und Freiwilligenarmee.

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