Sa, 18. November 2017

Schluss mit lustig

04.12.2012 11:15

Samsung geht gegen Trinkgelage der Belegschaft vor

Schluss mit lustig: Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung geht gegen tief in der Unternehmenskultur des Landes verankerte Trinkgelage seiner Belegschaft vor. Mitarbeiter des Unternehmens dürfen demnach nur noch in einem Lokal mit einer einzigen Sorte Alkohol bis maximal 21 Uhr abends feiern, berichtet das "Wall Street Journal".

"Hoesik", koreanisch für "Belegschaftsessen", nennt sich der Brauch, der die ausufernden Trinkgelage südkoreanischer Angestellter bis in die frühen Morgenstunden hinein rechtfertigen soll. Doch "Hoesik" ist viel mehr als ein simpler Umtrunk unter Kollegen. Oftmals werden in der Unternehmenshierarchie weiter unten stehende Mitarbeiter während der stundenlangen Kneipentouren, die häufig mit dem Besuch einer Karaoke-Bar gekrönt werden, dazu genötigt, ihre Vorgesetzten zu bedienen, oder von diesen sogar "abgefüllt". Wer sich dem widersetzt, setzt seine Karriere aufs Spiel.

Ebendies habe Samsung nun dazu veranlasst, die abendlichen Gelage zu beschränken, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen langjährigen Mitarbeiter des Konzerns, der namentlich nicht genannt werden wollte. Die neue Unternehmensleitlinie mit der Bezeichnung "1-1-9" sieht demnach vor, dass künftig nur noch in einem Lokal mit einer einzigen Sorte Alkohol bis maximal 21 Uhr abends gefeiert werden darf. Das Mischen mehrerer Getränke zu einem stark alkoholischen Drink wurde damit ebenso untersagt wie das Anstiften bzw. Nötigen zur Trinkerei.

Hintergrund: Der Weltgesundheitsorganisation zufolge ist Südkorea das asiatische Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an alkoholischen Getränken. Beim Verbrauch hochprozentiger Spirituosen liegt Südkorea weltweit sogar noch vor den Russen und deren Vorliebe für Wodka an der Spitze.

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