Fr, 24. November 2017

1,76 Sekunden zurück

02.12.2012 21:35

RTL: Hirscher hinter überragendem Ligety Zweiter

Marcel Hirscher hat am Sonntag beim Riesentorlauf in Beaver Creek den zweiten Platz belegt. Übertrumpft wurde er nur vom überragenden Ted Ligety, der auch den zweiten Riesenslalom der Saison für sich entschied. Der US- Boy gewann diesmal mit dem Wahnsinnsvorsprung von 1,76 Sekunden. Für Ligety war es der 13. Weltcupsieg in der Karriere und in dieser Disziplin.

Dritter wurde der Italiener Davide Simoncelli, der im Ziel bereits 2,07 Sekunden Rückstand aufwies. Zweitbester Österreicher wurde Christoph Nösig als Zehnter. Der Norweger Aksel Lund Svindal reist als Führender im Gesamtweltcup nach Europa.

Hirscher: "Erster wäre ich eh nicht geworden"
Hirscher war schon nach Lauf eins auf Rang zwei gelegen, fabrizierte aber wie einige seiner ÖSV-Kollegen im Finale einige grobe Fehler. "Erster wäre ich sowieso nicht geworden. So gesehen ist das also egal", sagte Hirscher schulterzuckend. In Sölden war er als Dritter noch 3,12 Sekunden hinter Ligety gewesen, so gesehen hat er den Rückstand fast halbiert. "Seine Überlegenheit ist nicht gerade motivierend", sprach der Weltcup-Titelverteidiger die erneut unfassbare Vorstellung Ligetys an, der wie Vorläuferin Mikaela Shiffrin von gut 8.000 Fans angefeuert wurde.

Auch Philipp Schörghofer, Hannes Reichelt und Benjamin Raich streuten im zweiten Lauf grobe Fehler ein. Schörghofer rammte ein Tor und war nach seinem Rückfall vom sechsten auf den 19. Platz zwar enttäuscht, aber auch froh, gesund im Ziel zu sein. "Das war ein irrer Schock", gestand der Salzburger mit Striemen am Hals.

Bei "Marathonmann" Reichelt war nachvollziehbar, dass alleine wegen seines Monster-Programms auf 3.000 m und einiger Krankheiten nicht mehr viel ging. "Jetzt bin ich nur noch froh, nach Hause zu kommen", sagte Reichelt, der im Super-G Dritter geworden war und im RTL von acht auf elf zurückfiel. Raich stürzte nach einem kapitalen Steher sogar von Platz neun auf 30 ab. "Das war nicht das Gelbe vom Ei", zog der Tiroler Bilanz einer für ihn ernüchternden Nordamerika-Tournee.

Nösig mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang
Neben Hirscher "Mann des Tages" aus ÖSV-Sicht war Christoph Nösig. Der Tiroler, der nach der vergangenen Saison die Kaderzugehörigkeit verloren hatte und sich auf Einladung seines Vertrauenstrainers Tom Trinker mit dem Damen-Europacupkader auf eigene Kosten in Zermatt vorbereiten musste, raste mit Laufbestzeit noch auf Platz zehn. Damit kassierte der 27-Jährige dank seiner besten Weltcup-Platzierung (bisher 14.) sogar noch ein wenig Preisgeld.

"Für Sölden musste ich mich sogar noch qualifizieren, der Druck dort war enorm", atmete Nösig auf. Nun gehört er wieder fix dem Weltcup-Team an. Die größte Freude hatte er aber damit, im Finale als Einziger sogar 0,25 Sekunden schneller gewesen zu sein als Überflieger Ligety. "Die Piste ist wegen des Warmwetters aber schnell rippig geworden, bei mir war sie noch eine Autobahn", blieb Nösig bescheiden.

Bester Ligety aller Zeiten?
Sieger Ligety sprach von einem "verrückten Tag". "Es war nicht einfach. Der Schnee ist irre, aber es sieht so aus, als ob ich mich daran gewöhne", sagte der überlegene Branchenleader. Ob dies der beste Ligety aller Zeiten sei, wurde er gefragt. "Ja, das ist möglich", lautete seine Antwort.

Mit Platz sechs beendete Aksel Lund Svindal seine starke Nordamerika Tournee. Dazu zwei Siege (Kanada) und zwei zweite Plätze (Beaver Creek) in den vier Speedrennen machen den Norweger nach sieben Rennen mit 400 Punkten zum überlegen Weltcup-Führenden vor Ligety (320) und Hirscher (220).

Das Ergebnis:

Rang Läufer Nation Lauf 1 Lauf 2 Gesamt
1 LIGETY Ted USA 1:13.49 1:12.10 2:25.59
2 HIRSCHER Marcel AUT 1:14.27 1:13.08 2:27.35
3 SIMONCELLI Davide ITA 1:14.59 1:13.07 2:27.66
4 MÖLGG Manfred ITA 1:14.97 1:13.18 2:28.15
5 PINTURAULT Alexis FRA 1:14.93 1:13.26 2:28.19
6 SVINDAL Aksel Lund NOR 1:16.04 1:12.30 2:28.34
7 JANSRUD Kjetil NOR 1:15.85 1:12.83 2:28.68
7 DOPFER Fritz GER 1:15.78 1:12.90 2:28.68
9 BLARDONE Massimiliano ITA 1:16.18 1:12.69 2:28.87
10 NÖSIG Christoph AUT 1:17.05 1:11.85 2:28.90
11 RICHARD Cyprien FRA 1:15.37 1:13.70 2:29.07
12 REICHELT Hannes AUT 1:15.39 1:13.80 2:29.19
13 LUITZ Stefan GER 1:15.97 1:13.27 2:29.24
13 KOSTELIC Ivica CRO 1:15.93 1:13.31 2:29.24
15 SANDELL Marcus FIN 1:15.99 1:13.28 2:29.27
16 MAYER Matthias AUT 1:17.16 1:12.29 2:29.45
17 NEUREUTHER Felix GER 1:15.64 1:13.83 2:29.47
17 MATHIS Marcel AUT 1:16.71 1:12.76 2:29.47
19 SCHÖRGHOFER Philipp AUT 1:15.31 1:14.26 2:29.57
20 DE TESSIERES Gauthier FRA 1:17.18 1:12.43 2:29.61
21 HAUGEN Leif Kristian NOR 1:16.44 1:13.38 2:29.82
22 MISSILLIER Steve FRA 1:16.02 1:13.93 2:29.95
23 BAUMANN Romed AUT 1:16.51 1:13.51 2:30.02
24 JANKA Carlo SUI 1:16.95 1:13.31 2:30.26
25 EISATH Florian ITA 1:16.82 1:13.57 2:30.39
26 FORD Tommy USA 1:16.69 1:13.88 2:30.57
27 JITLOFF Tim USA 1:16.57 1:14.13 2:30.70
28 FAIVRE Mathieu FRA 1:17.00 1:13.80 2:30.80
29 JAZBEC Janez SLO 1:16.66 1:14.37 2:31.03
30 RAICH Benjamin AUT 1:15.64 1:16.63 2:32.27

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