Sa, 25. November 2017

Firmen geprüft

26.11.2012 14:17

Mangelhafte Bedingungen bei Samsung-Fertigern

Nach dem Vorwurf der Kinderarbeit hat Samsung seine Produktionsstätten in China überprüfen lassen. Beweise für Kinderarbeit hätten die entsandten Prüfer nicht gefunden, jedoch seien "unzureichende" Arbeitsbedinungen bemängelt worden, darunter exzessive Überstunden sowie hohe Strafen für Fehlzeiten oder das Zuspätkommen, teilte der südkoreanische Konzern am Montag mit.

Samsung hatte Prüfer in alle 105 Fabriken geschickt, die ausschließlich für den Konzern in China fertigen. 144 weitere Betriebe, die auch für andere Unternehmen fertigen, will Samsung bis Ende des Jahres ebenfalls kontrollieren. Ab 2013 würden alle 249 Fabriken von unabhängiger Seite geprüft, kündigten die Südkoreaner an. Sollte ein Zulieferer Kinder beschäftigten, werde der Vertrag sofort gekündigt.

Zudem dringe der Konzern darauf, dass die Zulieferer ab sofort die Arbeitsverträge korrekt formulieren, die Fabriken den Sicherheitsstandards gemäß ausrüsten und die Arbeiter sicherheitstechnisch schulen. Sie sollen sich zudem telefonisch beschweren können. Die Manager hingegen sollen in Lehrgängen lernen, sexuelle Belästigungen und Beleidigungen am Arbeitsplatz zu vermeiden.

Bis zu 189 Überstunden pro Monat
Stein des Anstoßes: Die US-Arbeitsrechtsorganisation China Labor Watch hatte Samsung Anfang September kritisiert, Arbeiter in seinen chinesischen Werken pro Monat bis zu 189 Überstünden leisten zu lassen, obwohl maximal 36 Überstunden im Monat erlaubt seien. Es gebe zudem keine Ansprechstelle für Beschwerden; in einigen Werken sei die Sicherheit der Arbeiter gefährdet.

Die Arbeitsrechtsorganisation mahnte außerdem die Einstellungskriterien von Samsung als diskriminierend ab - der Konzern beschäftige niemanden, der kleiner als 1,55 Meter sei, Tattoos trage, seine Haare färbe oder körperlich behindert sei.

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