Sa, 21. Oktober 2017

Um Einstieg zu retten

23.11.2012 10:01

Sharp will Foxconn höheren Anteil geben

Der angeschlagene japanische Elektronik-Konzern Sharp ist zu Zugeständnissen bereit, um den lebenswichtigen Einstieg des Apple-Auftragsfertigers Foxconn zu retten. Sharp würde Foxconn nun auch einen Anteil von mehr als zehn Prozent verkaufen, sagte ein ranghoher Manager dem "Wall Street Journal". Ursprünglich sollte die Beteiligung unter zehn Prozent bleiben, weil Aktionäre ab dieser Schwelle in Japan mehr Rechte bekommen. Sie können unter anderem vor Gericht die Auflösung eines Unternehmens fordern.

Angesichts des drastischen Kurseinbruchs der Aktie sei auch Sharp inzwischen klar, dass ein Foxconn-Einstieg zu den ursprünglich vereinbarten Konditionen unmöglich geworden sei, sagte der Manager. Nach der Vereinbarung von März wollte Foxconn knapp zehn Prozent an Sharp kaufen, zum Preis von 550 Yen pro Aktie. Das sollte Sharp gut 66 Milliarden Yen - umgerechnet rund 620 Millionen Euro - in die Kassen spülen. Das Papier notiert aber längst bei nur noch rund 170 Yen.

Investition nur schwer schmackhaft zu machen
Die desolate Finanzlage sei auch ein Hindernis für den Foxconn-Deal, sagte der Sharp-Manager. Das Unternehmen aus Taiwan könne dadurch die Investition seinen Aktionären nur schwer schmackhaft machen. Laut einem japanischen Medienbericht redet Sharp inzwischen auch mit den Chipkonzernen Intel und Qualcomm über einen Einstieg.

"Zweifel an Fortbestand des Unternehmens"
Sharp steht derzeit angesichts tiefroter Zahlen massiv unter Druck. Der Flachbild-TV-Pionier musste eingestehen, dass die Finanzlage Zweifel am Fortbestand des Unternehmens aufwerfe. Für das noch bis Ende März laufende Geschäftsjahr kündigte der Konzern den zweiten riesigen Rekordverlust in Folge an. Das Minus dürfte 450 Milliarden Yen erreichen. Schon im Jahr davor hatte Sharp gut 376 Milliarden Yen verloren.

Angestellte verzichten gegen Abfindung auf ihren Job
Erst am Dienstag hatte Sharp mitgeteilt, dass sich gegen eine Abfindung insgesamt 2.960 Mitarbeiter bereit erklärt hätten, zum 15. Dezember das Unternehmen zu verlassen. Die Abfindungen belasten die Bücher laut Sharp mit 25,3 Milliarden Yen (244,21 Millionen Euro). Das wären für jeden der knapp 3.000 Angestellten, die nun gehen, umgerechnet einmalig rund 84.000 Euro.

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