Sa, 25. November 2017

Fertigungstechnik

21.11.2012 09:59

Speicherkapazität von Festplatten bald fünfmal höher

US-amerikanische Wissenschaftler der Universität Texas in Austin haben eine Methode entwickelt, die sich als entscheidender Durchbruch in der Festplatten-Forschung erweisen könnte. Mithilfe einer Spezialbeschichtung soll es möglich sein, die Kapazität von Festplatten auf das Fünffache zu erhöhen. Für die Industrie, die mit den derzeit erhältlichen Festplatten mit Kapazitäten von bis zu vier Terabyte langsam an die Grenzen des physikalisch machbaren stößt, kommt der Erfolg angesichts weltweit wachsenden Datenhungers zur richtigen Zeit.

Bei dem neuen Produktionsverfahren greifen die Wissenschaftler auf Spezialwerkstoffe zurück, deren Moleküle sich nach dem Auftragen auf die Scheiben von Festplatten selbstständig in die gewünschte Position bringen, berichtet das US-Technikmagazin "Technology Review". Dadurch entsteht eine besondere Struktur mit winzig kleinen Erhebungen auf der Festplatte, zwischen denen winzige Abgründe liegen. Durch das Auftragen von magnetischem Material auf die Erhebungen und die Abgrenzung der einzelnen Sektoren durch die Abgründe sind wesentlich höhere Datendichten als bisher möglich, bei gleichzeitig guter Lesbarkeit.

Herkömmliche Festplatten, wie sie derzeit in so gut wie jedem Computer zum Einsatz kommen, speichern Daten auf magnetische Bahnen, die auf einer rotierenden Scheibe angebracht sind. Die Technik steckt in einer Sackgasse, weil die Abstände zwischen den einzelnen Bahnen mit steigender Speicherkapazität immer geringer wurden und langsam die Grenzen des Machbaren erreicht werden. Ersetzt man die Bahnen durch auf das Trägermaterial aufgebrachte magnetische Punkte, kann die Speicherkapazität weiter erhöht werden, ohne die Lesbarkeit der Daten zu gefährden.

Bisher gab es Probleme beim Produktionsprozess
Die Idee, Bahnen durch Punkte zu ersetzen, hatten die Wissenschaftler schon seit einiger Zeit. Allerdings scheiterte es bislang stets daran, die benötigten winzigen Strukturen auf die Festplatten-Scheiben aufzubringen. Durch den Durchbruch im Produktionsprozess, der mit dem sich selbst anordnenden Material gelungen ist, dürfte das Warten auf größere Festplatten nun bald ein Ende haben.

Derzeit ist man an der Universität Texas bereits in der Lage, den neuen Hightech-Werkstoff binnen 30 Sekunden auf eine Festplatte aufzubringen, bis zur Massenproduktionstauglichkeit dürfte es also nicht mehr allzu lange dauern. Die großen Festplattenhersteller beobachten die Entwicklung genau, und Western Digital stellt über seine Tochterfirma HGST bereits Forschungen an, wie sich die neuen Technologien in den bestehenden Produktionsprozess integrieren lassen.

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