Mo, 20. November 2017

Coach optimistisch

20.11.2012 14:10

ÖSV-Springerteam bereit für den 100. Sieg unter Pointner

Alexander Pointner nimmt am Freitag in Lillehammer bereits seine neunte Weltcup-Saison als Cheftrainer der ÖSV-Skispringer in Angriff. Mit den Weltmeisterschaften im Val di Fiemme, dem Gesamtweltcup, der Vierschanzentournee und dem Skifliegen warten dabei zahlreiche Ziele auf die Mannschaft des 41-Jährigen. Dass ihr Potenzial enorm ist, haben die Athleten in der Vergangenheit bewiesen. Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern, Andreas Kofler und Co. errangen seit 2004/05 insgesamt 99 Siege, schon am Wochenende könnte der 100. folgen.

Die Ansprüche an den Cheftrainer haben sich über die Jahre geändert: Was relativ klein begann, hat sich mittlerweile zu einem Team mit großem Stab ausgewachsen. Pointner ist der Manager, dessen Athleten auf allen Ebenen Triumphe gefeiert haben. Das System werde immer komplexer, die Erwartungshaltung wachse durch die Erfolge, weiß der Coach. "Man darf aber deshalb nicht erstarren, sondern muss die Dinge konzentriert in Angriff nehmen", betonte Pointner, der die Karriere und die dabei absolvierten vielfältigen Ausbildungen als "Lebensschule" für seine Athleten sieht. Nicht ergebnisorientiert denken, lautet das Motto.

Pointner: "Spaß und Freude müssen erhalten bleiben"
Das ÖSV-Herren-Team hat bei der WM 2011 in Oslo alle vier Titel erobert (6 von 8 möglichen Medaillen) und bei der jüngsten Tournee die ersten drei Plätze belegt. Nur in der Weltcup-Gesamtwertung war mit Anders Bardal ein Norweger vor zwei Österreichern Spitze. "Es geht nicht darum, etwas zu verteidigen, Spaß und Freude müssen erhalten bleiben", erklärte der Erfolgscoach. Das scheint bestens gelungen, nach den ersten Schneesprüngen in Lillehammer am Montag war die Begeisterung unter den Athleten groß.

Saisonauftakt in Lillehammer mit Mixed-Bewerb
In der Vorbereitung musste die Herausforderung der neuen, engeren Anzüge gemeistert werden. "Veränderungen machen es interessant, wir sind im ÖSV bestmöglich aufgestellt, darauf zu reagieren", sagte Familienvater Pointner. Für die Umstellung hat man sich viel Zeit genommen, in den drei Stützpunkten konzentriert trainiert und im Sommer nur spärlich Wettkämpfe bestritten. "Wir haben sehr gut gearbeitet und sind bestens vorbereitet", gab sich Pointner optimistisch. Der Auftakt erfolgt gemeinsam mit den Damen, den Anfang macht am Freitag (16.30 Uhr) die Weltcup-Premiere des Mixed-Bewerbs mit je zwei Damen und Herren.

Im vergangenen Winter haben sich vier ÖSV-Athleten in die Siegerliste eingetragen, Schlierenzauer und Kofler feierten je fünf Erfolge, Koch drei und Morgenstern gewann einmal. Der Weltcup-Zweite und Tournee-Sieger Schlierenzauer hat wie seine Kollegen alles getan, um daran anzuknüpfen. "Das größte Ziel für die kommende Saison sind konstante Sprünge", sagte der 22-Jährige. Zwei große Vorhaben hat der Großschanzen-Weltmeister von Oslo "längerfristig" im Auge. Den Finnen Matti Nykänen als Allzeit-Besten des Weltcups vorerst einzuholen - dazu fehlen ihm sechs Siege - und den Einzel-Olympiasieg in Sotschi 2014.

Austro-Coaches betreuen härteste Konkurrenten
Zu den ersten Herausforderern des Pointner-Teams zählen zwei Mannschaften mit Coaches aus Österreich. Der Tiroler Alexander Stöckl möchte in seiner zweiten Saison mit den Norwegern geschlossener auftreten als im vergangenen Winter, Vegaard Sklett, Rune Velta und Anders Fannemel sollen Anschluss finden an Bardal. Beständige Spitzenleistungen sind das Ziel des Kleinwalsertalers Werner Schuster als DSV-Coach von Severin Freund, Richard Freitag und Sommer-GP-Sieger Andreas Wank. Weiterhin in der Spitze mitmischen will auch der vierfache Olympiasieger Simon Ammann (31/Schweiz) in seiner 16. Weltcup-Saison.

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