Fr, 24. November 2017

Sicherheitsrisiko

20.11.2012 10:45

Terroristen könnten LTE-Netzwerke mit Kleingerät stören

US-amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass schnelle LTE-Datennetze mit einem kleinen, frei erhältlichen "Software Defined Radio" großflächig gestört werden können, wodurch in reinen LTE-Netzen, wie sie in Zukunft geplant sind, zigtausende Menschen keine Telefon- und Internetverbindung mehr hätten. Sie befürchten, dass sich Terroristen dieses Wissen zunutze machen könnten, um die Kommunikation ganzer Städte lahmzulegen.

Forscher der VirginiaTech-Universität haben den Datenturbo-Funkstandard LTE im Auftrag der US-Behörde für Telekommunikation auf Herz und Nieren geprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass das LTE-Netz noch wesentlich besser abgesichert werden muss, wenn es eines Tages als Grundlage für ein nationales Notrufsystem in den USA in Frage kommen soll.

LTE-Kontrollsignale leicht unterbrechbar
Einem Bericht des US-amerikanischen Technikmagazins "Technology Review" zufolge sind Software Defined Radios, wie sie die Forscher zur Störung des LTE-Funks eingesetzt haben, frei erhältlich und zu Preisen von wenigen Hundert Euro zu bekommen. Diese Geräte können die Kontrollsignale von LTE-Funktürmen stören und diese so lahmlegen.

Die Kontrollsignale machen zwar nur einen geringen Teil des Datenverkehrs aus, der über einen LTE-Mast läuft, allerdings sind sie unverzichtbar für die Kommunikation zwischen Smartphone und Handymast. Werden sie gestört, kommt keine Verbindung mehr zustande und die gesamte Kommunikation bricht zusammen.

Störsender im Hosentaschen-Format
Geräte, die diese Kontrollsignale stören, gibt es in handlichen Formaten, wobei so kleine Anlagen keine großflächigen Störungen verursachen, sondern nur kleine Gebiete von der LTE-Versorgung abschneiden. Würden die mit diesen Geräten produzierten Störsignale allerdings verstärkt, wäre es beispielsweise Terroristen möglich, die Kommunikation ganzer Landstriche zusammenbrechen zu lassen.

Dabei wäre nicht nur die Internet-Verbindung betroffen. Auch normales Telefonieren würde nicht mehr funktionieren, da LTE Sprachtelefonie per Voice-over-IP-Technik abwickelt. Normale GSM- und UMTS-Netze wären von Störsignalen aus Software Defined Radios hingegen nicht betroffen.

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