Fr, 24. November 2017

Nur die Hälfte übrig

16.11.2012 10:44

Anwalt verklagt Microsoft wegen Surface-Speicher

Ein Anwalt aus Los Angeles verklagt Microsoft wegen irreführender Werbung und unlauterer Geschäftsmethoden: Von den 32 Gigabyte internem Speicher des Surface-Tablets seien wegen des Betriebssystems und vorinstallierter Apps gerade einmal 16 übrig, so Andrew Sokolowski. Microsofts Verteidigung, dass die Angaben auf der Website zu finden seien, widerspricht Sokolowskis Anwalt. Die Details seien auf der Seite "vergraben", man müsse schon danach suchen, "oder man würde sie nie finden".

Am Dienstag hat Sokolowskis Anwalt die Klage vor einem Gericht in Los Angeles eingebracht, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Er habe lediglich Musik und Word-Dokumente auf das Tablet gespielt, und schon sei der freie Speicherplatz aufgebraucht gewesen. Sokolowski strebt eine Sammelklage an, der sich andere Surface-Käufer anschließen können. Microsoft soll so nicht nur zur Änderung bei der Werbung gezwungen werden, sondern den enttäuschten Kunden auch Schadenersatz zahlen.

Microsoft sieht dafür allerdings keinerlei Veranlassung. Den Kunden sei klar, dass Betriebssystem und Apps auf dem Speicher von Surface Platz bräuchten, so das Unternehmen in einer Stellungnahme. Man könne diesen zudem über Micro-SD-Karte erweitern oder via USB ein externes Speichermedium anschließen.

Infos über Speicherplatz nicht aufzufinden
Die Informationen über den tatsächlich freien Speicher seien zudem auf der Surface-Website zu finden, verteidigt sich Microsoft. krone.at kann dies in einem kurzen Test nicht bestätigen - auf der US-Website zu Surface (das Gleiche gilt übrigens für die deutsche Seite) wird weder bei den Spezifikationen noch bei der ausführlicheren PDF-Liste darauf hingewiesen, wie viel freier Speicherplatz effektiv zur Verfügung steht.

Analyst sieht wenig Chancen für Klage
Ob Sokolowski mit seiner Klage Erfolg hat, ist dennoch fraglich. Schließlich nimmt das Betriebssystem auch auf herkömmlichen PCs einen großen Teil des Speicherplatzes ein. Michael Gartenberg vom Technologie-Forschungsunternehmen Gartner Inc. gab sich gegenüber der AP dementsprechend skeptisch: Dass Windows 8 mit dem Office-Paket einen großen Teil des Speichers belege, sei "nicht überraschend". "Ich denke, sie haben den Konsumenten ziemlich klar vermittelt, was sie bekommen", so Gartenberg.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden